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Buga-Areal wächst zu : Küchengarten bleibt vorerst Brachland

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für das zur Buga viel besuchte Areal am Franzosenweg haben weder das Land noch die Stadt bisher ein Entwicklungskonzept

Es war einer der buntesten Gärten der Bundesgartenschau 2009: der Küchengarten. Die große Blumenhalle, das Foerstersche Staudenbeet, der Weinausschank der fränkischen Winzer waren Anziehungspunkte für Hunderttausende. Das ist lange her. Heute gibt es eine große freie Fläche und ein paar kümmerliche Buga-Reste.

Pläne gab es für den historischen Küchengarten schon einige. Stadtvillen waren hier einst vorgesehen – der Plan wurde wieder verworfen. Die Miniaturstadt sollte von Lankow hierher ziehen – daraus wurde nichts. Die Replik der Terrakotta-Armee aus dem Mausoleum des ersten chinesischen Kaisers sollte im Küchengarten dauerhaft gezeigt werden – der Veranstalter lehnte wegen der Lage am Rande der Touristenströme ab. Und eine Gärtnermeisterin wollte tatsächlich wieder eine Schlossgärtnerei aufmachen. Hochwertige Pflanzen, alte Rosensorten und exklusives Gartenzubehör wollte sie anbieten. Allerdings war das Ganze wirtschaftlich selbst mit Fördermitteln nur darstellbar, wenn sie die Flächen kostenlos bekommen hätte. Doch da spielte das Land nicht mit. Das nämlich ist Eigentümer des Küchengartens. Die Planungshoheit hat aber die Stadt. Die Stadtvertretung müsste einen Bebauungsplan beschließen.

„Wir sind enttäuscht, dass das Land nicht risikobereit war, um eine gärtnerische Nutzung zu unterstützen“, sagt Schwerins Baudezernent Wolfram Friedersdorff. „Allerdings ist eine Subventionierung eines solchen Vorhabens durch die Stadt auch nicht möglich.“ Dabei wäre Friedersdorff eine Nutzung, die ins historische Umfeld passt, auch mit Blick auf die Unesco-Welterbebewerbung des Schlossensembles, am liebsten. Eine Gärtnerei im Küchengarten wäre da genau richtig, meint er.

Das Land aber sieht den gesamten Küchengarten eher als Bauland. Doch da wird die Stadt offenbar Widerstand leisten. „Der Großteil der Fläche sollte öffentlich bleiben“, fordert der Baudezernent. Er kann sich höchstens am östlichen Rand des Areals gegenüber vom Franzosenweg eine Reihe mit Wohnhäusern vorstellen. Der Rest sollte Grünanlage werden. „Wir müssen da nach einem Kompromiss suchen und einen Ausgleich der Interessen von Stadt und Land finden.“ Allerdings sagt Friedersdorff auch: „Gegenwärtig sehe ich da aber keine Bewegung.“ Denn das zuständige Finanzministerium hat auch noch keinen endgültigen Plan. „Wir sind noch in der Diskussion mehrerer Varianten“, sagt Pressesprecher Stefan Bruhn, ohne konkreter zu werden.

Wolfram Friedersdorff schaut indessen zurück und verweist auf das Warm- und das Kalthaus. Die beiden historischen Gebäude wurden kurz vor der Buga verkauft, privat saniert und umgebaut. „Das ist sehr positiv gelaufen“, so Friedersdorff. Ob es für die große, jetzt noch brach liegende Fläche auch so kommt – dazu wollte er keine Prognose abgeben.

 

 

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erstellt am 08.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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