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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. September 2017 | 14:31 Uhr

Senioren in Schwerin : Kritische Fragen an den OB

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pflege, Wohnen, Mobilität: Wo bleibt das Konzept der Stadt? Seniorenbeirat nimmt Rico Badenschier in die Pflicht

von
erstellt am 02.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Verständnis habe er wohl für die Wünsche
und Bedürfnisse der älteren Schweriner. „Aber unsere finanziellen Mittel sind begrenzt“, sagte Rico Badenschier. In einer Sitzung des Seniorenbeirats im Bertha-Klingberg-Haus in der Max-Planck-Straße stellte sich der Oberbürgermeister jetzt der Diskussion. Und immerhin: Badenschier sicherte zu, dass es im Büro der Stadtvertretung auch weiterhin eine feste Ansprechpartnerin geben werde, die die Belange des Senioren- und des Behindertenbeirates koordiniert.

„Es muss in der Verwaltung eine Anlaufstelle für die Angelegenheiten älterer Menschen geben“, betonte der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Siegfried Schwinn, der dem Oberbürgermeister im Vorfeld der Sitzung gleich einen ganzen Fragenkatalog vorgelegt hatte. Jeder zweite Schweriner sei mittlerweile älter als 50 Jahre, so Schwinn. „Die Arbeit für die Senioren in der Stadt darf nicht vernachlässigt werden“, mahnte er.

Wo denn das seniorenpolitische Gesamtkonzept bleibe, zu dessen Erarbeitung die Verwaltung von der Stadtvertretung verpflichtet worden sei, wollte der Beiratsvorsitzende wissen. Andere Kommunen in Deutschland machten es Schwerin vor, gäben Antworten auf Fragen der Pflege, des bezahlbaren Wohnens und der Mobilität vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Ja, das Konzept stehe noch aus, räumte Badenschier ein. Die Verwaltung warte noch auf Handlungsanleitungen vom Land, habe das Thema aber in vielerlei Hinsicht im Blick. Als Beispiel nannte der Oberbürgermeister die Pflegesozialplanung und die Beratungsmöglichkeiten im Stadthaus, etwa auch zum seniorengerechten Wohnen.

Bezahlbarer Wohnraum für ältere Menschen – für Siegfried Schwinn und seine Mitstreiter im Seniorenbeirat eine der zentralen Fragen. „Wohnungen in der Innenstadt können sich Ältere mit einer kleinen Rente schon kaum noch leisten“, erklärte der Beiratsvorsitzende. Und das Problem werde sich mit der weiter steigenden Altersarmut noch verschärfen.

Badenschier nahm das Thema mit, gab sich weiter gesprächsbereit. Mindestens einmal im Jahr werde er sich künftig mit dem Seniorenbeirat zusammensetzen, kündigte der Oberbürgermeister an. Die Bilanz des ersten Treffens von Siegfried Schwinn: „Wir konnten mal Luft ablassen.“

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