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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 16:57 Uhr

Cambs : Kritik an plötzlicher Schulfusion

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anschluss der Cambser Grundschule an die Regionalschule soll im September erfolgen, doch Eltern und Lehrerinnen sind dagegen

von
erstellt am 29.Mär.2017 | 06:25 Uhr

Die im Schulausschuss beschlossene Angliederung der Cambser Grundschule „Wilhelm Busch“ an die benachbarte Regionalschule zum nächsten Schuljahr geht den Lehrerinnen und Elternvertretern der Grundschule zu weit und vor allem zu schnell: Sie wenden sich mit einer Petition an den Kreistag von Ludwigslust-Parchim und ans Landratsamt. Darin machen sie sich für die Eigenständigkeit der Grundschule stark und bitten, die Debatte um eine Zusammenlegung beider Schulen auszusetzen.

Ende Februar hatte der Schulausschuss mit den politischen Vertretern der Gemeinden der Schulregion Cambs beschlossen, beide Schulen zusammenzulegen (SVZ berichtete). Das Votum fiel einstimmig aus. „Es handelt sich um ein rein organisatorische Zusammenlegung. Wir wollen die pädagogische Profile nicht ändern“, betont Frank-Rainer Müller, Bürgermeister von Cambs und Vorsitzender des Schulausschusses. Müller steht zu dem Beschluss und geht auch davon aus, dass er umgesetzt wird: „Wir haben jetzt ein halbes Jahr Zeit, aufeinander zuzugehen und den Zusammenschluss zu gestalten.“ Und der Bürgermeister wiederholt, dass es den Gemeinden darum geht, dem Schulstandort Cambs als Ganzes und auf lange Sicht zu erhalten.

Gerade diesen Punkt sehen und akzeptieren auch die Elternvertreter der sechs Grundschulklassen. Zehn Mütter trafen sich am Montagabend mit den Grundschullehrerinnen zu einer erweiterten Schulkonferenz. Immer wieder war da das Wort Schnellschuss zu hören. Denn an beiden Schulen steigen derzeit die Schülerzahlen. Die Häuser erfüllen alle Kriterien für eine Weiterführung als eigenständige Schulen. Die Eltern an der Grundschule fühlen sich zudem unzureichend informiert, wollen, dass ihre Kinder in einem behüteten Raum lernen. Und die Zusatzangebote, wie individueller Förderung, Englisch ab Klasse 1, Geometrie und PC-Kurse ab Klasse 3 sowie neuerdings Yoga, sollen erhalten bleiben. Die Grundschullehrerinnen betonten zudem, dass sich die fachliche und methodische Herangehensweise an Grund- und Regionalschule stark unterscheiden, die Ausbildung der Pädagogen ist auf die jeweilige Altersgruppe ausgerichtet. Es gab aber auch die Gegenposition, dass der Zusammenschluss beider Schulen der richtige Weg sei, um abzusichern, dass Kinder in Cambs von der ersten bis zur zehnten Klassen unterrichtet werden.

Neun der zehn anwesenden Elternvertreter unterzeichneten am Ende die von den Lehrerinnen vorbereitete Petition. Darin werden Kommunalpolitiker und Veraltung im Landkreis aufgefordert, den Zusammenschluss beider Schulen zum neuen Schuljahr nicht zuzustimmen und eine Debatte darüber mit dem Anlauf der nächsten, regulären Schulentwicklungsplanung ab 2019/2020 zu führen.

Grundschul-Leiterin Irene Lange informierte am Montag auch darüber, dass das Amt Crivitz entsprechend des Votums im Schulausschuss gerade den Antrag auf Zusammenlegung beider Schulen zum neuen Schuljahr an den Landkreis weitergeleitet hat. Der zuständige Fachausschuss des Kreistages soll dazu Anfang Juni beraten. Dort soll dann auch die Petition für die Eigenständigkeit der Grundschule Cambs zur Debatte stehen, so die Erwartung der Lehrerinnen und Elternvertretern.

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