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Schwerin: ursprünglich 800 000 Euro mehr vom Bund : Krippenausbau teurer als geplant

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Die Schweriner Krippenlandschaft wird weiter ausgebaut. Landeshauptstadt sichert nach eigenen Angaben zufolge jedem Kind vom vollendeten ersten Lebensjahr an einen Betreuungsplatz zu.

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2013 | 07:32 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Krippenlandschaft wird weiter ausgebaut. Einerseits sichert die Landeshauptstadt eigenen Angaben zufolge jedem Kind vom vollendeten ersten Lebensjahr an einen Betreuungsplatz zu - wie es ab 1. August gesetzlich vorgeschrieben ist. Andererseits werden auch die Einrichtungen in der Stadt der sieben Seen, in denen bislang mehr als 1150 Krippenkinder betreut werden, weiter saniert und ausgebaut. Dafür fließen aus dem Bundesfördertopf mehr als 670 000 Euro in die Landeshauptstadt, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Davon sollen insgesamt sechs Schweriner Krippen einrichtungen profitieren. Allerdings hatte sich die Landeshauptstadt ursprünglich für mehr Fördergeld beworben und auf anfangs 1,4 Millionen Euro spekuliert. Die nun fehlenden Mittel bringen die Bauherren der sechs Projekte in die Bredouille, denn diese müssen auch für die geringer ausfallenden Fördermittel strenge Auflagen erfüllen.

Ist nun ein Rechenfehler der Stadt ausschlaggebend für das Dilemma? "Nein", sagt Holger Buck, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. Zwei grundlegende Dinge seien für die geringer ausfallende Fördersumme ausschlaggebend.

Das Erste: Aus dem Bundesfördertopf sind seit dem Januar 2013 etwa 11,3 Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern geflossen. "Für das Land ist das eigentlich ein durchlaufender Posten, deshalb haben wir uns und auch die Hansestadt Rostock sehr schnell mit konkreten Bauprojekten um das Geld beworben", erklärt Holger Buck weiter. Damit habe eine Art "Windhundrennen" begonnen, dem das Land sehr schnell einen Riegel vorgeschoben habe. Für die Verteilung der Fördersumme sei nun der Anteil der Kinder an der Einwohnerzahl ausschlaggebend. Land und Bund seien dabei "hammerhart", so Holger Buck.

Das Zweite: Der Bund zahlt die Fördermittel nur für Projekte, die bis 31. Dezember 2014 abgeschlossen sind.

Die Stadt hat jetzt also nicht nur den hausgemachten Druck, mit etwa der Hälfte der zuvor veranschlagten Förderung die Projekte durchzuziehen. Diese müssen auch noch innerhalb einer festgelegten Frist fertig gestellt werden, sonst verrechnet der Bund seine Zuzahlung nicht.

Das bedeutet, dass in den sechs förderfähigen Krippeneinrichtungen gerechnet wird. So muss das Diakoniewerk Neues Ufer für die Kita "Benjamin Blümchen" in der Willi-Bredel-Straße mit 41 000 statt der zuvor beantragten 88 000 Euro auskommen. Besonders hart trifft es die bislang vom Träger Sozius geplante 24-Stunden-Kita auf dem Lewenberg im gegenwärtig ungenutzten Haus C des Helios-Klinikgeländes. Das mit 1,8 Millionen Euro veranschlagte Projekt muss mit etwa 300 000 Euro Bundesfördermitteln weniger auskommen als gehofft. Auch bei der maroden Kita "Wirbelwind" in der Hagenower Straße (SVZ berichtete) fließen 300 000 Euro weniger. Die Einrichtung der Kita gGmbH wird vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt bewirtschaftet. Das kommunale Unternehmen kann die Finanzierungslücke durch einen höheren Kredit schließen. Weiter betroffen sind das "Haus Sonnenschein" in der Von-Stauffenberg-Straße und die Kita "Anne-Frank in der Möllner Straße, beide ebenfalls von der Kita gGmbH getragen, sowie die Freinet-Kindertagesstätte "Entdeckerland" im Hopfenbruchweg 2.

Trotz aller nun entstehender Schwierigkeiten "sind wir natürlich sehr dankbar für die Bundesförderung", sagt Holger Buck. Denn insgesamt seien aus Berlin seit dem Jahr 2008 schon 2,3 Millionen Euro in die Krippen der Landeshauptstadt investiert worden.

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