Fotoreportagen in Schwerin : Krieg gegen den Islamischen Staat

Dieser Mann wurde in Mossul im Irak von der »Emergency Response Division«, einer Eliteeinheit des irakischen Militärs, unter dem Verdacht der IS-Zugehörigkeit verhaftet.
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Dieser Mann wurde in Mossul im Irak von der »Emergency Response Division«, einer Eliteeinheit des irakischen Militärs, unter dem Verdacht der IS-Zugehörigkeit verhaftet.

„Lumix Festival Review“ in Schwerin zeigt prämierte Fotografien junger Künstler: Lorenzo Meloni bildet Zerstörung, Brutalität und Leid ab

svz.de von
10. Juli 2018, 12:00 Uhr

Bilder, die junge Fotografen in den vergangenen zwei Jahren weltweit mit ihren Kameras eingefangen haben, präsentiert im Juli die „Lumix Festival Review“ in Schwerin. Die Fotoreportagen wurden in einem weltweiten Wettbewerb unter Journalisten bis zu einem Alter von 35 Jahren ausgewählt. Alle zwei Jahre werden die besten Bilder beim Festival in Hannover gezeigt. Erstmals holt der vor wenigen Monaten gegründete Verein „Auslöser“ diese ausgezeichneten Reportagefotografien nach Schwerin und präsentiert einen Großteil der Arbeiten an zwei Standorten in der Landeshauptstadt. Die SVZ stellt in den nächsten Wochen einen Teil der Fotoserien und die jungen Fotografen vor.

Die Gefahr ist groß, dass sich die Weltöffentlichkeit an die Bilder, die verwackelten Videofilme und die Kurznachrichten vom seit Jahren tobenden Kampf gegen die Terrormiliz des Islamischen Staats (IS) gewöhnt. In den News-Kanälen ist der Krieg schon lange aus den Hauptnachrichten verschwunden, in den sozialen Netzwerken tauchen ab und an kurze Videos über neue Auseinandersetzungen auf und nicht selten wird mehr über die Echtheit der Videoaufnahmen oder Fotos diskutiert als über das Dargestellte. Der Fotograf Lorenzo Meloni war seit 2014 mehrmals in der Krisenregion und hat mit seiner Kamera die Grausamkeit des Krieges hautnah dokumentiert. Seine Fotos zeigen die Zerstörung einmaliger Kulturgüter wie des Amphitheaters in der Stadt Palmyra, das Leid der Zivilbevölkerung, den sinnlosen Tod von Menschen und die Brutalität des Krieges.

Lorenzo Meloni wird 1983 in Rom geboren und arbeitet zunächst als IT-Sicherheitstechniker. Sein Interesse an Fotografie macht er 2010 zu seinem Beruf, relativ schnell konzentriert er sich mit seinen Fotoproduktionen auf die Konflikte im mittleren Osten. Dabei stehen oft die unvorstellbaren Konsequenzen für das Leben der Bevölkerung in Kriegsgebieten im Mittelpunkt seiner Reportagen. Im Jahr 2015 wird er Nominee Member bei Magnum Photos. Seit 2014 dokumentiert er den andauernden Kampf gegen den IS und ist in Libyen, Syrien und dem Irak unterwegs. Neben Veröffentlichungen in zahlreichen Magazinen und Zeitungen wurden seine Fotografien auch auf internationalen Festivals wie der Biennale in Venedig oder der Rencontres d’Arles gezeigt.

Typisch für den genauen Blick und das Gespür für die kleinen Momente ist Melonis Foto von den spielenden Kindern auf den Resten einer zerbombten ehemaligen IS-Militärbasis im Irak. Die Brutalität der Zerstörung, die Hoffnungslosigkeit des bombardierten Ortes stehen der Neugier und dem Mut der Kinder gegenüber. Sie klettern auf die Betonreste und zeigen wie sie mit dieser fast aussichtslosen Situation umgehen.


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