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12. Dezember 2017 | 03:54 Uhr

Gneven : Kreisstraße 105: ein Holper-Projekt

vom

Sanierung und Radweg zwischen Gneven und Kritzow gibt es nur, wenn Fördermittel kommen – und die lassen auf sich warten

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Wer in Gneven, Vorbeck und Kritzow lebt oder Urlaub macht, der weiß die schöne Umgebung zu schätzen. Viele Seen, eine ausgezeichnete Golfanlage, dazu eine hügelige Landschaft voller Wälder und Wiesen. In dieser Umgebung spazieren zu gehen oder kleine Bälle in Löcher zu versenken, das hat seinen Reiz. Durch dieses Stückchen Mecklenburg über die Kreisstraße 105 zu fahren, ist für Radler, Auto-, Bus- oder Lkw-Fahrer aber alles andere als entspannend. „Es ist eine Katastrophe“, sind sie sich einig. Die Straße ist an vielen Stellen zu schmal und mit ihren unzähligen Dellen eine Bewährungsprobe für jeden Stoßdämpfer.

Dass der Zustand miserabel ist, ist im Fachdienst Straßen- und Tiefbau des Kreises Ludwigslust-Parchim lange bekannt. Deshalb will er ein 3,5 Kilometer langes Stück zwischen Gneven und Kritzow ausbauen lassen. Und ein Radweg soll gleich dazukommen. Doch das mit dem gleich ist so eine Sache. Geplant wird seit Jahren. Losgehen sollte es 2014, doch daraus wurde nichts. Neuer Versuch im vergangenen Jahr. Wieder nichts. Die Projektumsetzung ist so holprig wie der Straßenbelag. Der Grund: die Finanzierung. Der Eigenanteil des Kreises für das knapp fünf Millionen Euro teure Bauvorhaben ist zwar im Haushalt eingestellt, aber es gibt noch keine Fördermittelzusage seitens des Landes. „Sowohl der Landkreis als auch die beteiligten Gemeinden Gneven und Langen Brütz werden die geplanten Maßnahmen nur bei Bereitstellung entsprechender Fördermittel durchführen können“, sagt Fachdienstleiter Hans-Georg Zwang.

Ein gemeinsamer Fördermittelantrag sei, so Zwang, Anfang Juli 2014 beim Landesförderinstitut gestellt worden. „Erste Gespräche waren Erfolg versprechend“, sagt Zwang. Ob und wann es Fördermittel gibt, ist noch unklar. Fest steht, dass es aus einem zusätzlichen Topf jedoch kein Geld geben wird. Dieses sollte aus dem Kofinanzierungs-Programm zur Förderung der Eigenmittel vom Innenministerium kommen. Dort wurde der Antrag abgelehnt. Unterdessen ist der Landkreis beim Hausaufgaben machen: „Maßnahmenkatalog abarbeiten.“ Dazu gehöre eine abschließende technische Prüfung der Planungsunterlagen durch eine Prüfbehörde des Landes. Die Unterlagen wurden dort Anfang Juni 2015 eingereicht. „Ein Prüfergebnis steht noch aus“, so Zwang.

Auch der Abschluss des Grunderwerbs steht noch aus. Bedeutet: Für den Ausbau der Straße, die abschnittsweise eine neue Streckenführung bekommen soll, musste der Kreis Land kaufen. Laut Zwang waren dies langwierige Verkaufsverhandlungen. Und sie sind noch nicht beendet. Beim Landkreis ist die Rede von zwei Einzelfällen, bei denen die Verhandlungen noch laufen würden.

Ausbau der Kreisstraße 105 von Gneven nach Kritzow: Das bleibt bis auf weiteres ein Belastungstest für Autos samt Insassen. „Dieses Jahr wird das nichts mehr“, glaubt ein Anwohner. Was auf jeden Fall sicher ist: Gibt es irgendwann grünes Licht für dieses Bauprojekt, soll es Stück für Stück umgesetzt werden – über mehrere Jahre.

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