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Schweriner häufiger krank : Krankenstand deutlich gestiegen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Ausfalltage in der Region nehmen zu, liegen aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt. Den größten Anteil am Anstieg haben psychische Probleme.

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erstellt am 26.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Der Krankenstand in der Landeshauptstadt ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,5 Prozentpunkte zu, während sie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern um 0,3 Prozentpunkte anstiegen. Mit 4,7 Prozent hatte die Region dennoch einen niedrigeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,9 Prozent). Der höchste Krankenstand in MV wurde mit 6,1 Prozent in der Region Uecker-Randow verzeichnet, der niedrigste mit 4,1 Prozent im Raum Ludwigslust.

Wie der aktuelle DAK-Gesundheitsreport für Schwerin zeigt, veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr bei einigen Diagnosen der Krankenstand. Die größte Steigerung mit fast 47 Prozent gab es bei psychischen Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen gehören. Die Diagnose war im Untersuchungszeitraum zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen in der Landeshauptstadt. Um 21,7 Prozent angestiegen sind auch die Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. Hauptursache für Arbeitsausfall in Schwerin und für fast jeden fünften Ausfalltag verantwortlich waren erneut Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen. Zurückgegangen um 18,7 Prozent waren hingegen die Krankschreibungen bei Erkrankungen des Verdauungssystems.

„Der gestiegene Krankenstand in Schwerin hat verschiedene Aspekte“, erklärt Annegret Bretz von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Während Kurzzeit-Krankheiten wie Erkältungen für Arbeitgeber in der Regel leichter zu bewältigen sind, bedeuten längere Erkrankungen wie seelische Leiden meist größere Probleme.“ In MV sind die Fehltage durch psychische Erkrankungen seit dem Jahr 2000 um 63 Prozent gestiegen. Deshalb unterstütze die Kasse auch Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und zeige Wege auf, wie sie die Beanspruchung ihrer Mitarbeiter durch Prävention ausgleichen könnten.

Laut DAK-Studie machen viele Mütter und Väter im Spagat zwischen Job und Kindern Abstriche bei sich selbst. Berufstätige Eltern in MV treiben seltener regelmäßigen Sport und schlafen weniger als Kinderlose. Weit mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, nicht genug Zeit für sich selbst zu haben. Außerdem fürchtet fast jede zweite Mutter Karrierenachteile durch ihre Kinder. Bei den Vätern gibt dies nur jeder Fünfte an. „In Sachen Familienfreundlichkeit haben viele Arbeitgeber im Land noch Nachholbedarf“, betont Annegret Bretz von der DAK-Gesundheit. Sehr oft lägen Wunsch und Wirklichkeit auseinander. So sind laut Studie zwei Drittel der erwerbstätigen Eltern der Meinung, Gleitzeit würde ihren Alltag erleichtern, aber nur etwa ein Drittel kann ein entsprechendes Angebot nutzen. Bretz: „In der Arbeitswelt werden die Bedürfnisse vieler Eltern nicht berücksichtigt. Das erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

 

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