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Notfall in Schwerin : Krankenhaus statt Zauber der Ehrlich Brothers

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwei Bielefelderinnen wollen die Show Ehrlich Brothers in Schwerin sehen – doch es kommt anders.

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Es hätte so schön sein können: ein Auftritt der Ehrlich Brothers am eigenen Geburtstag. 28 Jahre alt ist Saskia Prill am 12. Februar geworden. „Ich bin ein großer Fan der beiden Zauberer“, sagt die junge Frau aus Bielefeld. Und deshalb setzte sie sich auch am Sonntagmorgen gemeinsam mit ihrer Freundin Marie-Luise Lopp in den Zug, um abends beim Gastspiel der Ehrlich Brothers in Schwerin dabei zu sein.

Bis zur Ankunft in der Landeshauptstadt gegen 16 Uhr ging auch noch alles gut. „Wir sind gleich zu unserem Hotel in der Nähe des Bahnhofes gegangen, haben eingecheckt“, erzählt die 25-jährige Marie-Luise. Weil sie vor der Zaubershow noch eine Kleinigkeit essen wollten, kehrten die Frauen dann noch einmal zum Bahnhof zurück. Dort passierte es: Saskia bekam einen epileptischen Anfall. „Viele Menschen haben sich spontan um mich gekümmert, jemand rief auch gleich einen Rettungswagen“, berichtet Saskia.

Statt in der Kongresshalle, wo um 18 Uhr die Ehrlich Brothers mit ihren Zaubertricks beginnen sollten, landeten Saskia und ihre Freundin im Krankenhaus. „Ich habe mich schnell wieder erholt und darauf bestanden, dass ich sofort entlassen werde“, sagt Saskia. So kam es auch – gegen 20 Uhr. „Um nun noch zu den Ehrlich-Brothers zu gehen, war es zu spät“, sagt Marie-Luise. Ein Jammer – die weite Reise, das ausgegebene Geld. Nach einer Geburtstagsfeier war den Frauen jetzt auch nicht mehr zumute, sie ließen sich mit einem Taxi zum Hotel fahren, legten sich ins Bett und schliefen.

Gestern Vormittag wollten Saskia und Marie-Luise mit dem Zug zurück nach Bielefeld fahren. Pünktlich waren die Frauen am Hauptbahnhof. Doch da passierte das nächste Malheur. Diesmal bekam Marie-Luise einen Schwächeanfall, musste danach erst einmal wieder zu sich kommen. „Unseren Zug haben wir auf diese Weise verpasst“, erklärt Saskia. Die Frauen mussten eine neue Verbindung buchen – gegen einen Aufpreis.

Um 13.40 Uhr sollte nun der Zug Richtung Heimat fahren. Um die Wartezeit zu überbrücken, begaben sich Saskia und Marie-Luise in die Bahnhofsmission. Mitarbeiterin Barbara Eickhorst war von den Erlebnissen der jungen Frauen so gerührt, dass sie sich der beiden sofort annahm. „Saskia und Marie-Luise haben viel Pech gehabt“, sagt Eickhorst. Vielleicht finde die Geschichte aber doch noch ein gutes Ende. „Es könnte ja sein, dass jemand aus dem Management der Ehrlich Brothers die Zeitung liest…“

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