Moderne Technik: : Kraftwerk für das Eigenheim

Testphase für Brennstoffzellen-Heizung läuft in Deutschland an: Rastower Dietmar Zachert hängt sich eine von 80 Modellanlagen in sein Haus

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05. März 2015, 12:00 Uhr

Dass eine von 80 Testanlagen der Brennstoffzellen-Heizung der Firma Vaillant im Wohnhaus von Dietmar Zachert hängt, ist kein Zufall. Der Rastower ist Geschäftsführer der gleichnamigen Heizungs- und Sanitärfirma mit Sitz in Lübesse. „Als ich die Pläne für den Anbau an mein Wohnhaus machte, musste ich mir in Sachen Heizung etwas überlegen“, erzählt Zachert.

Da passte es gut, dass der Heiz- und Lüftungstechnikspezialist Vaillant über das europäische Förderprogramm ene.field gerade in die Testphase ihres auf Kraft-Wärme-Kopplung basierenden Mini-Kraftwerks ging. „Wir wollen diese Heiztechnik zur Serienreife bringen“, betont Sebastian Werner von Vaillant Deutschland. Und als der Chef einer langjährigen Partnerfirma Interesse bekundete, das Ganze auch noch als Musterobjekt zu errichten, war klar, dass eine Testanlage nach Rastow kommt. In Deutschland sind es insgesamt 80, davon 3 in Mecklenburg-Vorpommern. „Hier besteht in Sachen Kraft-Wärme-Kopplung in Wohnhäusern auch noch Nachholebedarf“, berichtet Werner. Natürlich hofft der Vaillant-Mann deshalb auf gute Geschäfte in MV. Doch Sebastian Werner ist davon überzeugt, dass sich die neue Technik durchsetzen wird. Denn die Brennstoffzellen-Technik ist nicht nur effizienter, sie ist auch deutlich leiser und wartungsärmer als bisherige Mini-Kraftwerke in Wohnhäusern, so der Fachmann.

Herzstück des Systems bilden die Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Dort wird aus Erdgas Wasserstoff gewonnen, der wiederum zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt wird. Beides wird direkt im Haushalt verwendet. Zur Anlage gehören u.a. auch ein Wärmetauscher und eine Brennwert-Heizung. Dennoch passt alles platzsparend selbst in einen kleinen Abstellraum, wie Dietmar Zachert in seinem Wohnhaus beweist. Eine solche Anlage kann ein Kilowatt Strom und zwei Kilowatt Wärme erzeugen. „Bei einem nach heutigem Stand der Dinge gedämmten Einfamilienhaus entspricht das dem kompletten Strom- und etwa einem Drittel des Wärmebedarfs“, erläutert Dirk Reimann, Meister bei der Firma Zachert. Überschüssiger Strom kann zudem ins Netz eingespeist werden. Und im Sommer, wenn nicht geheizt werden muss, kann dieser Bereich abgestellt werden.

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