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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 18:32 Uhr

Heilung vom Feld : Kräuterwanderung am Waldesrand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Edelgard Gruhne lenkte auf dem Gädebehner Forsthof den Blick der Besucher auf die Heilwirkung viele bekannter Pflanzen

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Werbung für den Wald – für die Pflanzen und Tiere darin, für den Naturschutz, für die Bewirtschaftung und für die Jagd. Das ist das Anliegen des alljährlichen Gädebehner Waldfestes, das am Sonntag zum elften Mal gefeiert wurde. Rund 100 Interessierte kamen dazu im Laufe des Sonntags auf den Forsthof an der Warnow.

Doch selbst bei so einer eingespielten, erfolgreichen Veranstaltung kann es etwas Neues geben. „Ich bin das erste Mal hier und gespannt, wie viele Leute zu meiner Kräuterwanderung kommen“, sagt Edelgard Gruhne aus Laage. Im Freilichtmuseum Groß Raden ist die 63-Jährige Stammgast und „die Hexe vom Dienst“, wie sie selbst sagt. Doch der Ausflug auf den Forsthof war ein voller Erfolg. Gut 30 Gäste begaben sich mit Edelgard Gruhne auf eine gut einstündige Kräuterwanderung. „Leider musste die große Wiese für das Fest gemäht werden, das ist ansonsten eine riesige Kräuterwiese.“ Doch am Rande wird die Fachfrau schnell fündig. Heilkraut steht neben Heilkraut. „Sie kennen die alle aus dem eigenen Garten – zumeist als Unkraut“, erzählt Gruhne. „Aber künftig werden sie diese Pflanzen ganz anders anschauen.“

Sauerampfer kommt in die Suppe und hilft gegen schlechte Verdauung. Spitzwegerich ist das Hustenkraut, stillt Blutungen und hilft gegen Insektenstiche. Gänseblümchen sind gut für Haut und Haare. Schafgarbe ist entzündungshemmend. Hirtentäschel regt den Stoffwechsel an. Und die Bitterstoffe von Löwenzahn sollte jeder in Maßen zu sich nehmen. Edelgard Gruhne macht aus den getrockneten Wurzeln im Herbst sogar einen malzartigen Kaffee. Mit Hilfe der Gäste fand Edelgard Gruhne auch noch Gundermann oder Erdefeu: „Ein tolles Gewürz.“ Auch wie die Heilstoffe am beten wirken, erzählt die „Kräuterhexe“ gern. Generell gilt: Pflanzen können jung und knackig sofort verzehrt werden. Danach entfalten sie ihre Schönheit und volle Kraft in der Blüte. „Aber bloß nicht alles auf ein Mal machen“, rät Edelgard Gruhne und verteilt Handzettel, auf denen Art der Anwendung und Wirkung nachzulesen sind.

Das Wissen um die Heilwirkung der Kräuter hat die 63-Jährige schon als Kind erworben. „Ich war viel mit meiner Großmutter in der Natur unterwegs. Und mein Vater war Pilzberater“, verrät Gruhne. Sie selbst hat einen technischen Beruf erlernt, lebt ihre Leidenschaft für die Heilkräuter in der Natur aber als Hobby intensiv aus.

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