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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 09:48 Uhr

Das nervt : Krähen-Terror in Lankow

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Krähen-Kolonie mit mehr als 30 Nestern sorgt im Schweriner Stadtteil Lankow für Ärger. Die Vögel verursachen Dreck und Lärm – die Anwohner sind genervt.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Sie sind schwarz, brüten in größeren Kolonien, sind intelligent und lernfähig – und sie terrorisieren Lankow: Krähen. SVZ-Leserin Waltraud Fischer aus der Julius-Polentz-Straße schreibt von „unhaltbaren Zuständen“. In der Nähe ihres Hauses hat sie mehr als 30 Nester gezählt. „Nicht nur der Lärm ist unerträglich, auch der Dreck, den die Vögel machen.“ Die Fußwege sind verschmutzt, manchmal landen die Verdauungshinterlassenschaften auch auf den Passanten. Hinzu kommt, dass selbst wohl verpackte Lebensmittel nicht auf dem Balkon liegen können. Die Krähen zerhacken die Folie und holen sich Leckerbissen. „Es ist wirklich schön, einen Balkon zu haben wenn man älter wird und nicht mehr so beweglich ist, aber hier ist es besser, man benutzt ihn nicht“, schreibt Waltraud Fischer.

Das Krähenproblem ist den Naturschutzbehörden schon länger bekannt. Aber die Tiere sind, wie alle Vögel in der Europäischen Union, geschützt. Sie einfach zu töten, ist verboten. „Will man die Krähen bekämpfen, muss ein ,überwiegendes öffentliches Interesse’ nachgewiesen werden“, sagt Christof Herrmann, zuständig für den Artenschutz beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung). „Außerdem darf sich ,der Erhaltungszustand der Population‘ nicht verschlechtern – so steht es im Gesetz.“

Krähenbekämpfung sei nur dort möglich, wo ein „besonderes Erfordernis“ bestehe. Am Klinikum in Stralsund war das offenbar so. Dort wurden die Nester einer Krähenkolonie zerstört. Genützt hat es nichts. Die Vögel haben neu gebaut. Herrmann verweist aber auch darauf, dass die Untere Naturschutzbehörde zuständig ist – das Umweltamt der Stadt. Doch das sieht keine Handlungsmöglichkeiten. „Die Belästigungen der Anwohner sind kein Grund, die Krähen zu vergrämen“, sagt Dr. Hauke Behr. Eine Kolonie auf einem Kita-Gelände machte in Lankow dagegen einst hygienische Probleme. Die Tiere wurden erfolgreich vergrämt. Das geht in der Polentzstraße nicht, so Behr.

Waltraud Fischer resignierend: „Wir sind ja nur Menschen, wir stehen noch nicht unter Naturschutz.“

 

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