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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 23:42 Uhr

Spendensammlung : Kraaker helfen Syrien-Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kultur- und Heimatverein organisierte spontane Aktion: Mehr als 30 Haushalte machten mit

von
erstellt am 01.Feb.2015 | 23:05 Uhr

Der Kleintransporter der Kraaker Feuerwehr reicht nicht aus, um alle Säcke und Kartons, vollgepackt mit Spenden für Syrien-Flüchtlinge, aufzunehmen. Schnell ist klar, dass noch ein privates Auto plus Anhänger vollgepackt werden muss, bevor es am Sonnabend zur Mittagszeit nach Parchim in eine der beiden zentralen Flüchtlingsunterkünfte des Landeskreises geht. „Die Sachen kommen aus mehr als 30 Haushalten – aus Kraak, Rastow und Uelitz“, erzählt Gertrud Döhler vom Kraaker Kultur- und Heimatverein. Bei ihr laufen bei dieser spontanen Hilfsaktion die Fäden zusammen. „Die Idee stammt aber nicht von mir“, betont Döhler. Die Rastowerin Annelie Katt, engagiert bei den Grünen, schlug so etwas am Rande eines Sportnachmittages vor. Gertrud Döhler nahm das auf und verfasste ein Rundschreiben an die Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins.

Das war vor knapp drei Wochen und zog schnell weitere Kreise. Denn nicht nur Vereinsmitglieder und nicht nur Kraaker erklärten sich bereit zu helfen. „Mir war sofort klar, da musst du mitmachen“, erzählt Monique Milbradt aus Rastow. Beim Durchforsten der Schränke fand die junge Frau und Mutter sogar noch neue und schon zu klein gewordene Sachen. Doch auch gebrauchte Dinge sind bei den Flüchtlingen sehr willkommen: Winterkleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher, Töpfe und Geschirr stehen auf der Wunschliste. „Wir haben uns in der Parchimer Flüchtlingsunterkunft informiert, was am nötigsten gebraucht wird“, berichtet Matthias Fiedelmann vom Verein. Susanne Harz ergänzt: „Uns tut es nicht weh, diese Sachen wegzugeben. Zumeist haben sie länger als ein Jahr im Schrank gelegen, ohne dass einer aus der Familie sie genutzt hat. Dabei sind sie noch völlig in Ordnung.“ Ähnlich sieht das Frank Wiechmann. „Wir haben mehr als genug, die Flüchtlinge oftmals nichts. Da muss man doch helfen.“

Gertrud Döhler bringt noch eine andere und bei ihr zudem ganz persönliche Motivation in Erinnerung: „Meine Eltern mussten am Ende des Zweiten Weltkrieges mit zwei kleinen Kindern aus Ostpreußen fliehen. Als sie in Mecklenburg ankamen, passte die verbliebene Habe in einen Koffer...“

Gerade den Kriegsflüchtlingen aus Syrien zu helfen, die ebenfalls alles verloren haben, sei wichtig, heißt es aus der großen Runde. Diesen Kriegsopfern soll in Deutschland eine menschenwürdige Zuflucht gegeben werden, bis sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Die Mitstreiter aus dem Kraaker Heimat- und Kulturverein sind sich einig, dass das noch eine geraume Zeit dauern kann. Deshalb sind sie auch bereit, eine solche Spendenaktion vielleicht im Sommer zu wiederholen. Außerdem möchten die Kraaker gerne mal dabei sein, wenn die sortierten Sachen an die Flüchtlinge ausgegeben werden. „Wir bringen sie jetzt nach Parchim und geben sie beim Wachdienst ab“, berichtet Feuerwehrmann Lothar Lambrecht, der den Kleintransporter fährt. Den hatte der Rastower Bürgermeister Ralf-Egbert Scharlaug für diesen besonderen Hilfseinsatz sofort zur Verfügung gestellt.

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