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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 17:17 Uhr

Kultur in Schwerin : Konzertmeister als Zigeuner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Volker Reinhold spielt bei der Ballettaufführung „Ravel“ sein Solo auf der Bühne

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Für Volker Reinhold ist es quasi selbstverständlich, die erste Geige zu spielen. Denn das ist seine Aufgabe in der Mecklenburgischen Staatskapelle. Und doch gibt es für den Konzertmeister noch Situationen, in denen sein Herz als Geiger höher schlägt. „Ich finde es echt aufregend, wenn ich bei meinem Solo auf der Bühne bin und gemeinsam mit den Tänzern der Ballettcompagnie im Rampenlicht stehe“, sagt Reinhold.

Am 31. Oktober um 19.30 Uhr ist es wieder soweit. Dann wird im Großen Haus Jutta Ebnothers Ballettinszenierung „Ravel“ aufgeführt. Das war eines der erfolgreichsten Stücke der vergangenen Spielzeit mit zwölf ausverkauften Vorstellungen und steht jetzt wieder auf dem Spielplan. Einer der Höhepunkte in der Aufführung, in der auch der berühmte „Boléro“ leidenschaftlich vertanzt wird, ist das Solo von Volker Reinhold im zweiten Teil. Sein Part beginnt mit der Interpretation von „Tzigane“, das als eines der schwierigsten Stücke für Violine gilt. „Maurice Ravel hatte es für die Ungarin Jelly d‘Aranyi geschrieben, die es meisterlich und mit Temperament darbot“, erzählt Reinhold. Es sei Zigeunermusik, aber nicht aus deren Folklore, sondern eine von Ravel erdachte Komposition. „Das ist ein hochkomplexes Stück, das schwer zu spielen ist“, sagt Konzertmeister Reinhold und erläutert: Es enthält viele Pizzicati, die mit der rechten und der linken Hand zu spielen sind, Flageoletts und Doppelgriffe.

Ungewöhnlich ist die Position des ersten Geigers auch für die Staatskapelle. Er muss so spielen, dass er seine Führungsrolle ausfüllen kann. „Wir haben lange getestet, wo ich für das Orchester stehen kann, ohne den Tänzern im Wege zu sein. Wir haben die optimale Position gefunden“, sagt Reinhold.

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