Serie: Buga-Rückblick : Konzert-Arena wachgeküsst

Letzte Handgriffe am 2. Mai 2003: Die charakteristische Dachkonstruktion kommt an ihren Platz.  Fotos: SDS/Buga GgBmH
1 von 2
Letzte Handgriffe am 2. Mai 2003: Die charakteristische Dachkonstruktion kommt an ihren Platz. Fotos: SDS/Buga GgBmH

Das hat uns die Bundesgartenschau 2009 gebracht – heute: die neu gestaltete Freilichtbühne im Schlossgarten

von
15. Mai 2017, 12:00 Uhr

Am 24. September sollen nach dem Willen der Stadtvertreter die Schweriner über die Ausrichtung einer zweiten Bundesgartenschau in der Landeshauptstadt entscheiden. Die Buga 2009 dürfte vielen noch in guter Erinnerung sein. Sie hat nicht nur hunderttausende Besucher nach Schwerin gebracht und der Stadt am Ende zusätzliche Einnahmen in Höhe von vier Millionen Euro durch die Veranstaltung selbst beschert, sondern hat durch zahlreiche Investitionen auch das Stadtbild grundlegend verändert. In unser Buga-Serie werfen wir mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Blick zurück und betrachten gleichzeitig, was geblieben ist – heute: die Freilichtbühne im Schlossgarten.

Ganz offiziell wollte noch niemand von der Bundesgartenschau reden, als an der Freilichtbühne neu geplant wurde. Und doch gilt das erneuerte Schmuckstück heute als das erste Vorhaben für die Buga 2009. Die Bühne zwischen Stellingstraße und Kreuzkanal war 1954/55 als „Nationales Aufbauwerk“ errichtet worden. Boxwettkämpfe fanden dort in den Folgejahren ebenso statt wie Konzerte jeglicher Art. Auch das SVZ-Pressefest lockte regelmäßig Gäste in die für bis zu 5000 Zuschauer gebaute Naturarena. In den 1980er-Jahren gab es allerdings auch Konzerte, beispielsweise von Karat, bei denen 10 000 Zuschauer gezählt wurden.

So hat sich die Frelichtbühne verändert

 

Mitte der 1990er-Jahre wurde die Freilichtbühne zum vorerst letzten Mal bespielt, weil ein Anwohner aus dem Schleifmühlenweg nach vergeblichen Protesten wegen Ruhestörung durch die Bühne eine einstweilige Verfügung erwirkt hatte. 1997 gab es in der Stadt Pläne, die Freilichtbühne ersatzlos zu beseitigen. Doch dann gab es die Idee der Bundesgartenschau. Und plötzlich war eine Waldbühne wieder wichtig.

Am 28. September 2000 startete die Stadt auch dank großzügiger Förderung vom Land den Umbau der Freilichtbühne. Das hieß vor allem: Alles Alte abreißen. Die Toiletten waren in einem grausigen Zustand, die Sitzbänke verwittert. Auch der Vorführturm verschwand, von dem aus in den Vorjahren in lauen Sommernächten Kinofilme auf die Bühnenleinwand projeziert worden waren. Bereits im Frühjahr 2001 stand keines der ehemaligen Gebäude mehr, der Zuschauerhang war geebnet, der Baumbestand gelichtet.

Nach der Stilllegung der alten Waldbühne Mitte der 1990er-Jahre eroberte sich die Natür das Areal zurück.
Nach der Stilllegung der alten Waldbühne Mitte der 1990er-Jahre eroberte sich die Natür das Areal zurück.
 

Im Herbst 2002 hatten die Bauleute die vier Granittreppen fertig, die vom oberen Umgang auf den Platz vor der Bühne führen. Auch erste Traversen für die Sitzgelegenheiten hatten sie verlegt. Ein halbes Jahr später waren auch die Pflasterarbeiten abgeschlossen. Am 28. April kam der Rollrasen – insgesamt 1500 Quadratmeter. Der große Moment folgte am 2. Mai 2003: Das charakteristische grüne Dach der Freilichtbühne wurde gesetzt. 2500 Plastiksitze installierten die Handwerker zudem.

Als Garderoben und öffentliche Toiletten dienen seitdem Zirkuswagen, die – auf grüner Grundfarbe – mit 15 verschiedenen Landschaft-Motiven gestaltet worden waren. Rund 1,5 Millionen Euro waren bis dahin in die Erneuerung der Bühne geflossen.

Die Eröffnung fiel allerdings quasi ins Wasser. Bei strömenden Regen lockte es am 3. Mai gerade einmal 800 Zuschauer zur Einweihung. Kurzerhand organisierte die Stadt für den 17. Mai 2003 eine zweite – offizielle – Eröffnung. Und da wurde die Freilichtbühne voll.

Am 23. April 2009 erfüllte die Bühne dann ihren eigentlichen Zweck, nachdem es in den Jahren davor viele Veranstaltung mit jährlich rund 30 000 Besuchern gegeben hatte: Bundespräsident Horst Köhler eröffnete im voll besetzten Rund die Bundesgartenschau Schwerin. Für Musik sorgten unter anderem die Band Monrose, Nicole und Roland Kaiser.

Und da schließt sich der Kreis zum Heute: Roland Kaiser steht am 3. Juni wieder auf der Schweriner Freilichtbühne. Und wie schon so oft wird er auch in diesem Jahr im ausverkauften Rund singen. Die Freilichtbühne wird inzwischen durch die Concert und Management GmbH bespielt, die sich auch um das Areal Lambrechtsgrund mit der Kongresshalle kümmert.

Woran denken Sie gern zurück?
Welche Erinnerungen verbinden Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit der Schweriner Freilichtbühne. Schreiben Sie uns, welche Veränderung durch die Bundesgartenschau Sie besonders schätzen. Nutzen Sie in Ihrer Freizeit das neu gestaltete Areal noch heute? Schicken Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an schwerin@svz.de, Stichwort Buga 2009. Vergessen Sie bitte nicht Ihren Namen und Ihre Telefonnummer. Sie erreichen uns natürlich auch per Post unter Gutenbergstraße 1, 19061 Schwerin.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen