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Galerieausstellung "minus 70 plus" : Konkrete Kunst auf Schloss Wiligrad

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Konkrete und konstruktive Kunst in Deutschland "minus 70 plus" ist der Titel der 166. Ausstellung des Kunstvereins Wiligrad mit neuen Werken von 18 Avantgardisten der 50er- und 60er-Jahre.

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erstellt am 23.Apr.2012 | 10:51 Uhr

Konkrete und konstruktive Kunst in Deutschland "minus 70 plus" ist der Titel der 166. Ausstellung des Kunstvereins Wiligrad. Klaus-Joachim Albert, Vorstandsvorsitzender des Vereins, konnte am Sonnabend viele der 18 ausstellenden Künstler bei der Eröffnung der Exposition begrüßen. Den weitesten Weg hatte Jo Enzweiler. Der 78-Jährige war extra aus dem Saarland nach Wiligrad gekommen. Aber er ist nicht der älteste Aussteller. Mit 95 Jahren hat Gudrun Piper aus Hamburg die meiste Lebenserfahrung. Der jüngste Aussteller ist Reinhard Roy mit 64 Jahren. Insgesamt bringen es die Künstler, wie Albert errechnet hat, auf 1255 Lebensjahre. Das erklärt den Titel der Ausstellung "minus 70 plus". Die Avantgardisten der konkreten und konstruktiven Kunst aus den 50er- und 60er-Jahren haben sich noch lange nicht zur Ruhe gesetzt und sind immer noch aktiv. Mit ihren Werken möchte der Kunstverein auf die in Norddeutschland relativ unbekannte Kunstrichtung aufmerksam machen, die die Hamburger Kunsthistorikerin Ursula Meyer-Rogge während der Eröffnung erläuterte.

Es handelt sich hierbei um eine Kunstrichtung, die alles bis dahin Geschaffene revolutionierte, durch die sich selbst auferlegte Hürde, sich allen äußeren Einflüssen zu entziehen. Sie ist daher keinesfalls abstrakt, auch wenn man das zunächst visuell vermuten mag, sondern eine geistige Konstruktion, in deren Mittelpunkt das Kombinieren elementarer Formen und Farben steht, stets zu einem harmonischen Gefüge. Gerade darin liegt die Besonderheit dieser Kunstrichtung, für die der Kunstverein in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein zu schaffen versucht. Vertreten sind dabei Andreas Brandt, Horst Bartnig, Rudolf Valenta, Friedrich Kracht, Karl-Heinz Adler, Klaus Staudt, Ben Muthofer, Jo Enzweiler, Reinhard Roy, Kunibert Fritz, Lienhard von Monkiewitsch, Jan Meyer-Rogge, Ludwig Ehrler, Alfons Kunen, Helmut Senf, Gudrun Piper, Klaus-J. Schoen und Sigurd Rompza. Hierbei liegt der Schwerpunkt der ausgestellten Exponate im Bereich Malerei, Grafik und Plastik. Im Kaminzimmer des Schlosses Wiligrad präsentiert der Kunstverein begleitend zur Ausstellung aktuelle Arbeiten aus Malerei, Grafik, Kleinplastik, Schmuck, Porzellan, Glas und Keramik.

Musikalisch wurde die Eröffnungsveranstaltung, zu der etwa 100 Kunstinteressierte gekommen waren, von Hendrik Herz am Klavier begleitet. Erstaunt waren die Kunstinteressierten, als sie erfuhren, dass der 21-Jährige, der fehlerlos seine Stücke spielte, keine Musikschule besucht hat, sondern als Autodidakt das Instrument erlernt hat.

Der Wiligrader Kunstverein nimmt am Wettbewerb "Call members" der Kulturstiftung des Bundes teil. Mit dem Wettbewerb ruft die Stiftung Kunst- und Kulturvereine in den neuen Ländern dazu auf, für ein halbes Jahr einen Fokus der Vereinsarbeit auf die offensive Werbung neuer Mitglieder zu richten. Insgesamt stehen 200 000 Euro zur Verfügung, um in zwei Wettbewerbskategorien diejenigen Vereine zu prämieren, denen es in der Laufzeit vom 16. März bis 31. August dieses Jahres gelingt, die meisten neuen zahlenden Mitglieder zu gewinnen. Im Hauptwettbewerb treten insgesamt 17 Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern an.

Geöffnet ist die Ausstellung "minus 70 plus" bis 3. Juni dienstags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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