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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 20:21 Uhr

Doppelter Radweg : „Kompromiss für Angsthasen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sicheres Radeln in der Beltzstraße? Fahrrad-Club und Stadt suchen nach der besten Lösung – auf der Fahrbahn und dem Gehweg

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 14:00 Uhr

Breite Radschutzstreifen an beiden Seiten der Fahrbahn. Dazu ein für Drahtesel freigegebener Fußweg. Ist die Robert-Beltz-Straße ein Paradies für Fahrradfahrer? Eher „ein Kompromiss für Angsthasen“, sagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Fakt ist: Was in der Weststadt zunächst nach einer Luxus-Situation für Radfahrer aussieht, hat seine Tücken.

Über die Beltzstraße rollen täglich mehrere tausend Autos, Lkw und rund 80 Busse. Die Minderheit scheint sich an das vorgegebene Tempo 30 zu halten. Das bestätigt ein Anwohner aus der Nummer 43. Die Polizei widerspricht: Nach Tempomessungen wurden „nur vereinzelt Verstöße im Verwarngeldbereich“ festgestellt, wie Polizeisprecher Marcus Oehlert erklärt. „Im ersten Halbjahr 2014 wurden lediglich zwei Verkehrsunfälle aufgenommen.“ Die Beltzstraße sei kein Unfallschwerpunkt.

„Für Radfahrer ist es fast lebensgefährlich auf den Schutzstreifen“, hält Herr T. aus der Beltzstraße dagegen. Er fragt sich, was sich Verkehrsplaner gedacht haben. Im Stadthaus ist man sich nach Informationen unserer Zeitung der schwierigen Situation aber bewusst. Es stünden zwar Schilder, aber die würden missachtet. Langfristig wolle man die Situation überdenken, wenn die Baustelle am Bade-Platz abgeschlossen sei.

„Generell gilt: Radfahrer sind auf der Fahrbahn am sichersten unterwegs, weil sie dort besser gesehen werden“, sagt Schwerins ADFC-Vorsitzender Volker Schulz. Allerdings herrsche in der Beltzstraße eine spezielle Situation. Er bestätigt, dass dort die Masse der Fahrzeuge zu schnell unterwegs ist. „Es gehört schon viel Selbstbewusstsein dazu, dort auf der Fahrbahn zu fahren. Hier müssen dringend mehr Tempokontrollen her.“ Als Alternative dürfen Radfahrer jeden Alters auf dem Gehweg fahren. „Dort haben sie sich aber den Fußgängern unterzuordnen und dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit fahren“, ergänzt der Clubchef.

Die Realität sehe etwas anders aus, sagt ein Anwohner aus der Hausnummer 43. Das Haus grenzt unmittelbar an einen schmalen Teil des Fußweges – „sehr unübersichtlich“, sagt er. Die Radler fahren schnell und teils „rücksichtlos“ auf den Gehwegen. Er müsse täglich erst vorsichtig aus der Tür gucken, bevor er den Gehweg betritt. Er wolle Radfahrer nicht an den Pranger stellen, Ursache sei die gesamte Situation in der Beltzstraße. Eine Lösung sehen ADFC und die Stadt bislang nicht.

 

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