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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 07:07 Uhr

Recycling : Kompost veredelt den Acker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landwirt Winfried Witzke bringt pro Hektar zehn Tonnen Pflanzenreste aus und spart so Kunststoffdünger

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 23:26 Uhr

Runde um Runde dreht Winfried Witzke aus Klein Welzin mit Traktor und Universalstreuer im Schlepp auf den Ackerflächen rund um Wodenhof. Der Landwirt düngt die abgeernteten Raps- und Weizenfelder. Doch es stinkt nicht, dafür staubt es etwas. Witzke verteilt nämlich keinen Mist auf seinen Feldern, sondern Kompost. „Das mache ich jetzt seit fünf, sechs Jahren so“, erzählt der Landwirt. „Und ich habe damit bislang nur positive Erfahrungen gesammelt.“

Zehn Tonnen Kompost werden auf einem Hektar verteilt. „Das hört sich viel an, ist aber letztlich gar nicht so viel“, erzählt der 50-Jährige. „Umgerechnet ist das ja nur ein Kilogramm pro Quadratmeter.“ Insgesamt bewirtschaftet der Ackerbauer rund 300 Hektar Land in der Nähe von Klein Welzin, Grambow/Wodenhof und Kothendorf/Warsow. Er baut Weizen, Raps und auf leichten Böden auch Roggen an. Tiere hält Witzke nicht. Dementsprechend hat er auch keinen Mist, den er ausbringen muss. Bei der Bewirtschaftung setzt der Landwirt aber dennoch nicht nur auf Kunststoffdünger. Der ist teuer. Hinzu kommt: Die Bakterien und Mikroorganismen im organischen Dung sind gut für den Boden. Sie lockern die Krume auf. So kommt mehr Luft, mehr Sauerstoff in die oberste Schicht. Und die kann bei Regen auch mehr Wasser aufnehmen. „Dank der modernen Technik pflügen und grubbern wir heue auch tiefer als vor 30, 40 Jahren“, weiß der Fachmann. Auf den schweren Böden bei Welzin und Grambow kam dabei schierer Lehm ans Tageslicht. Inzwischen ist daraus auf dem Feldern von Witzke aber auch guter Ackerboden geworden. „Ganz wichtig ist, dass heute alles Stroh auf den Feldern bleibt“, betont der 50-Jährige. Es wird beim Dreschen gehäckselt, bildet den wichtigsten Humusanteil im Ackerboden, liefert schon viel Phosphor und Kali für die nächste Kultur.

Diese Mineralstoffe und Stickstoff sind auch im Kompost zu finden. Da auf dem Acker nur geprüftes und zertifiziertes Material ausgebracht wird, kennt der Bauer den genauen Mineralstoffanteil in den Pflanzenresten. So kann er die zusätzliche Düngergabe berechnen. „Ohne den Kompost müsste ich doppelt so viel Kunstdünger ausbringen“, schätzt Witzke ein. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Welziner Bauer auf Kompost setzt: „In den Jahren davor habe ich Hühnerdung verwendet“, erzählt er. Doch darin waren auch viele Samen von Unkräutern enthalten. „Und der Kompost ist zudem preiswerter.“

Den Kompost holt sich der Landwirt aus der Rokom-Anlage bei Uelitz. Dort ist Winfried Witzke Großabnehmern und Stammkunde. Der meiste Kompost aus Uelitz landet aber nicht auf dem Acker, sondern in Vor- und Kleingärten. Privatkunden decken sich direkt in Uelitz für den Eigenbedarf ein. Rokom beliefert auch Partner, die den Kompost verpacken und in Baumärkten anbieten. In diese beiden Bereiche geht derzeit die Masse der Uelitzer Produktion.

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