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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. September 2017 | 17:24 Uhr

Schweriner Musikschüler : Komponieren mit dem iPad

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schüler des Konservatoriums nutzen moderne Technik, um ihre künstlerischen Fähigkeiten und Ideen in eigene Musik zu gießen

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Wenn der zwölfjährige Felix zum Musikunterricht ins Konservatorium kommt, stöpselt er zuerst sein iPad an den Synthesizer. Dann spielt er seinem Lehrer Jörg Uwe Andrees seine neuen Ideen vor. Gemeinsam feilen die beiden an der Komposition, andere Schüler der Gruppe steuern weitere Anregungen bei. Komponieren am iPad heißt das neue Unterrichtsangebot der städtischen Musikschule, dass als Zusatzkurs zu einem anderen Fach oder auch solitär gebucht werden kann.

Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Felix hat nach einem knappen halben Jahr bereits seine erste eigene CD produziert: einen Weihnachtsgruß für die Eltern und Großeltern. Er hat Weihnachtslieder mit dem Klavier eingespielt und Texte eingesprochen, elektronische Soundeffekte darüber gelegt und dann mit dem Arrangier-Programm „Cubasis“ alles zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefügt. „Es ist supergut angekommen“, erzählt der Zwölfjährige stolz.

Derzeit arbeitet er an einem Trailer für einen Krimi. „Damit er wie echte Filmmusik klingt, müssen Stimmungen erzeugt werden“, erläutert Andrees. Und das Motiv müsse erkennbar bleiben, wenn die Harmoniefolgen eingespielt werden. Der Synthesizer machts möglich: Auf solistisch langweilig wirkende Klaviermusik kommt die Krimi-Flöte drauf und sogt für Spannung. Es folgt ein Dudelsack, dann bringt das Schlagzeug die Musik auf den Höhepunkt.

Der 16-jährige Mathis beschäftigt sich schon länger mit dem Komponieren mit dem iPad. Mehrere eigene Stücke sind so ausgereift, dass er sie ins Internet gestellt hat. Auf Youtube unter „4BackSlash“ sind beispielsweise Titel wie „Nightmare“ oder „Heardbeat“ zu hören. Auch er kommt gern zum Unterricht, um sich bei Jörg Uwe Andrees und den Mitschülern Ideen zu holen und die eigenen Fähigkeiten zu vervollständigen.

„Das Programm, mit dem wir im Unterricht arbeiten, greift auf die Instrumente zurück, die die Schüler lernen“, erläutert Musikpädagoge Andrees. Die Technik könne die musikalischen Fähigkeiten der Schüler nur unterstützen, nicht ersetzen.

Derzeit arbeitet die Gruppe an der Vorbereitung eines Konzerts für die Reihe Kon-Takte. Der Titel ist zugleich die Themenvorgabe: „Wahrzeichen bekannter Städte“. Die Schüler werden musikalische Ideen entwickeln, die Assoziationen mit der Tower Bridge, dem Berliner Fernsehturm, dem Roten Platz. dem Petersdom, dem Eiffelturm, dem Schweriner Schloss oder anderen Bauwerken erzeugen. Ergänzend zu den Kompositionen der Schüler soll bei dem Konzert ein „Live Electronic Special“ erklingen, elektronisch vefremdete Violinen- und Keyboard-Klänge von Hannes Richter und Jörg Uwe Andrees.

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