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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 03:42 Uhr

Stadtgeschichte : Kommt neues Schwerin-Museum?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtvertreter befürworten Wiedereinrichtung eines Stadtgeschichtsmuseum – zunächst soll Konzept erarbeitet werden

von
erstellt am 20.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Die Stadt unternimmt einen ersten Schritt zur Wiedereinrichtung eines Museums zur Geschichte Schwerins. Der Hauptausschuss hat der Stadtvertretung bereits einstimmig empfohlen, einen entsprechenden Antrag von Anita Gröger, der Vertreterin der Aktion Stadt und Kulturschutz, anzunehmen. Dass es aber auch tatsächlich wieder ein Stadtgeschichtsmuseum geben wird, steht damit noch nicht fest. Denn der Betrieb einer solchen Einrichtung wäre eine so genannte freiwillige Leistung. Die Stadt hat sich aber gegenüber dem Innenministerium verpflichtet, keine solchen Aufgaben neu zu übernehmen.

Zunächst soll nur ein Konzept für ein Stadtgeschichtsmuseum erarbeitet werden. Inhalt, Finanzierung, Betrieb und Standort sollen darin untersucht werden. Erarbeitet wird das Papier mit „Bordmitteln“, wie Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sagte. Soll heißen: Mitarbeiter der Stadt werden das Konzept erstellen. Allerdings: Der ehemalige Chef des Stadtgeschichtsmuseums, Norbert Credé, soll bereits abgewunken haben, hieß es bei der Hauptausschusssitzung. Er habe dafür keine Zeit.

Wo ein neues Stadtgeschichtsmuseum aufgebaut werden könnte – Ideen dafür gibt es offenbar bereits. Die Oberbürgermeisterin brachte das Schleswig-Holstein-Haus und auch das Freilichtmuseum in Mueß ins Gespräch.

Auch über den Betrieb des Museums wird schon nachgedacht. „Mit der Stiftung Mecklenburg sollten Gespräche geführt werden“, sagte Angelika Gramkow. „Möglich wäre auch ein Trägerverein wie bei der Schleifmühle.“

Für die Idee der Wiedereinrichtung eines Stadtgeschichtsmuseums gibt es aus Fachkreisen eine breite Unterstützung. So heißt es vom Historischen Verein: „Im Verein existiert eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung eines Konzepts für ein solches Museum befasst. Zur Erreichung des gemeinsamen Ziels bieten wir Unterstützung an.“

Auch der Kulturverein Sagenland Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die Initiative. „Schwerin braucht ein Stadtmuseum als Ort für historische Aufarbeitung, wissenschaftliches Arbeiten, Schülerprojekte, als Identitäts- und gemeinschaftsstiftende Institution und für stadtinteressierte Touristen“, heißt es vom Vereinsvorsitzenden Gottfried Holzmüller.

Und der Stadtgeschichts- und -museumsverein, der sich derzeit um die Schleifmühle kümmert, teilt mit: „Der Verein ist bereit, an einer Umsetzung mitzuwirken, soweit das im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit möglich ist.“

Obwohl die Oberbürgermeisterin bereits Ideen für ein Stadtgeschichtsmuseum in die Öffentlichkeit gebracht hat, empfiehlt die Verwaltung der Stadtvertretung allerdings, den Antrag abzulehnen. Begründung: die Finanzierung. Ob die Kommunalpolitiker sich allerdings daran halten, ist fraglich. Denn der Vorschlag traf im Hauptausschuss nicht nur auf Einstimmigkeit. CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers dankte Anita Gröger ausdrücklich und unter zustimmenden Nicken der anderen Hauptausschussmitglieder, für den Antrag. So etwas gab es bei einem ASK-Antrag noch nie.

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