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Prüfungsessen im Schweriner Seminarcenter : Kochmütze statt Gefechtshelm

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Er kann kochen und sein Land verteidigen. Andy Dorrenburg ist genauso im Truppen- wie auch im Herddienst zu Hause. Er hat sich für neun Jahre verpflichtet, 21 Monate davon lernte er den Umgang mit dem Kochlöffel.

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erstellt am 07.Feb.2013 | 11:05 Uhr

Lankow | Er kann kochen und sein Land verteidigen. Mit seinen 21 Jahren ist Andy Dorrenburg genauso im Truppen- wie auch im Herddienst zu Hause. Der Soldat auf Zeit ist eigentlich in Husum bei der Luftwaffe stationiert, hat seinen Grundwehrdienst absolviert. Er hat sich für neun Jahre verpflichtet. 21 Monate davon lernte der ausgebildete Kellner in Mecklenburg den Umgang mit dem Kochlöffel. Geschafft. "Die Ausbildung zum Koch ist beim Bund gerafft. Die zivile Lehre dauert eigentlich 36 Monate", erklärt Hauptmann Bernd Wirsching. Die kurze Ausbildung ermögliche dem Bund, seine Soldaten optimal einsetzen zu können. Für Soldaten wie Andy Dorrenburg bedeutet das: "Hier wird einem richtig viel abverlangt."

Mit 14 anderen Soldaten hat der 21-Jährige die meiste Zeit seiner Ausbildung von montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr in der Küche des Seminarcenters in der Lankower Straße verbracht. Dort haben sie die Theorie und die Praxis am Kochlöffel gelernt. Die richtige Würze hat Andy Dorrenburgs Ausbildung allerdings in der Küche des "Hotels de Weimar" in Ludwigslust bekommen. "Der Küchenalltag ist eben doch anders als der Tag in der Lehrküche", sagt der Soldat. 480 Stunden Praktikum geben den Kochanwärtern einen Vorgeschmack auf ihren Einsatz in der Truppenküche. "Dort kochen sie dann nicht für sechs Personen wie bei ihrer Prüfung, sondern für 30 und mehr hungrige Soldaten", so Hauptmann Bernd Wirsching. Andy Dorrenburg möchte später in Containerküchen kochen, "dafür muss ich einen weiteren Lehrgang absolvieren", sagt er.

Die erste Hürde auf dem Weg dorthin hat er in Schwerin genommen. Nach den Standards der Industrie- und Handelskammer hatte er am 26. November seine Theorieprüfung erfolgreich bestanden und nun auch den praktischen Teil absolviert.

"Sechs Wochen vorher erhalten die zu Prüfenden einen Warenkorb", erzählt Georg Schmelzer, Leiter der Weiterbildung im Seminarcenter. Aus den dort enthaltenen Lebensmitteln kochte Andy Dorrenburg sein Menü: Rinderroulade mit Rotkohl im Apfelkörbchen. "Nach Gesprächen mit meinen Ausbildern habe ich das Gericht dreimal zubereitet, bevor es in die Prüfung ging", sagt der frisch gebackene Koch im Nachhinein. Das hat sich gelohnt: 81 Punkte und die Note "gut". Damit ist er einer von mehr als 130 im Seminarcenter ausgebildeten Köchen. "Bei uns haben bislang 100 Prozent unserer Auszubildenden bestanden", so Schmelzer.

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