Hut ab vor dem Ehrenamt : Knuspriges Brot aus dem Backofen

Bernd Monden hat den Dreh raus: Der Ofen muss eine Temperatur von etwa 250 Grad  haben, damit das Brot gut durchgebacken und knusprig ist.
Bernd Monden hat den Dreh raus: Der Ofen muss eine Temperatur von etwa 250 Grad haben, damit das Brot gut durchgebacken und knusprig ist.

Mirower Bernd Monden backt monatlich im Auftrag des Störtal-Vereins Banzkow – und das ausschließlich in seiner Freizeit

svz.de von
07. März 2014, 16:00 Uhr

Auf den nächsten Backtag freut sich Bernd Monden schon. Der ist planmäßig am 27. März – wie immer am letzten Donnerstag eines Monats. Dann wird er annähernd 30 Brote in den Backofen schieben. Der Ofen steht im Dorfgemeinschafts-Backhaus und wird vom Störtal-Verein Banzkow genutzt. Und in dessen Auftrag backt der Mirower. Interessierte können Tage vorher beim Verein ihre Brot-Bestellung aufgeben. Die Auswahl ist gar nicht so klein: Die Kunden können wählen zwischen Nussbrot, Schwarzbrot, Sechskornbrot, Gewürzbrot, Zwiebelbrot sowie Paprika- und Möhrenbrot. Mittlerweile habe die kleine Dorfbäckerei sogar Stammkundschaft, erzählt der 60-Jährige.

Das Grundrezept ist einfach: Benötigt werden Roggenmehl, Trockenhefe und Wasser. Daraus entsteht Sauerteig. Den setzt er gleich dreimal an, zweimal allerdings ohne Hefe. Die so vorbereiteten Vorteige reichert Bernd Monden zum Beispiel mit Sonnenblumen, Roggenmehl oder Rapsschrot an. Einziger Zusatzstoff, den der Mirower verwendet, ist Zuckercoleur, eine Lebensmittelfarbe. Sie gibt dem Schwarzbrot die dunkle Farbe. Zu den Kunden würden vor allem Ältere gehören. „Viele haben früher selbst zu Hause Brot gebacken.“

Beim Brotbacken allein bleibt es aber nicht. Wenn im Dorf größere Feste anstehen, muss Monden ran und Plattenkuchen backen: Apfel-, Rhabarber, Streusel- und Butterkuchen. Aber auch sein Punkt-Klecks-Kuchen mit Quark, Apfelmus und Pflaumenmus kommt dann immer gut an. Zum Beispiel beim jährlichen Holzfest im Neddelrad. Aber auch zum Pflanzenmarkt oder demnächst beim Hobbymarkt im Störtal wird Kuchen aus dem dörflichen Backhaus angeboten. In der Ferienzeit wie jüngst im Februar, bereitet der Bäcker Leckeres mit Kindern zu. „Das macht richtig Spaß mit ihnen. Sie wünschen sich meistens frische Pizza. Das Gemüse dafür müssen sie selbst schnippeln. Aber das machen sie sogar gern.“ Klar, schmecke die selbst gebackene Pizza am besten – würden die Kinder meinen, so Monden.

Das Backen hat sich der Mirower angenommen. Denn von Beruf ist er Maurer. Das Backhaus und der Ofen waren fertig, aber der Verein suchte einen Bäcker. Der ursprünglich vorgesehene war kurzerhand abgesprungen. Dann wurde Bernd Monden gefragt, ob er sich das zutraue. „Ich habe ja gesagt.“ Ein Freund sei Bäcker in Neustadt-Glewe und haben ihm anfangs viele Tipps gegeben. Natürlich hat er auch Fachbücher gewälzt und nach speziellen Rezepten gesucht. Nach einem halben Jahr hatte sich der Hobby-Bäcker schließlich gut eingefuchst.

Anfangs wurde Bernd Monden dafür noch entlohnt – wenn auch geringfügig. Das ist jetzt anders. Geld gibt es nicht mehr, diese Arbeit macht er jetzt ehrenamtlich. „Sie macht mir immer noch Spaß, und es wäre schade, wenn das Backhaus nicht mehr genutzt wird“, begründet er sein Engagement.

Ehrenamtlich bringt sich der 60-Jährige auch bei der Banzkower Tafel ein, die ebenfalls über den Störtal-Verein betrieben wird. Er schleppt mit anderen Helfern Kisten, sortiert die Waren und packt Lebensmittel zusammen. Am Ende eines solchen Tages geht auch er mit Lebensmitteln von der Tafel nach Hause – Norbert Monden ist Hartz-Vier-Empfänger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen