Parken in Schwerin : Knöllchen mit dem Handy bezahlen

Der Weg des Online-Knöllchens: Vom Entdecken der Ordnungswidrigkeit bis zum  Bezahlen   muss jetzt nicht mehr viel Zeit vergehen.  Smartphone und QR-Code machen es möglich. 

Der Weg des Online-Knöllchens: Vom Entdecken der Ordnungswidrigkeit bis zum  Bezahlen   muss jetzt nicht mehr viel Zeit vergehen.  Smartphone und QR-Code machen es möglich. 

QR-Code macht schnelle und papierfreie Bearbeitung möglich: Stadt stellt Online-System für Parksünder in Schwerin vor

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25. Januar 2018, 05:00 Uhr

Wenn die Worte „Online-Knöllchen“ und „QR-Code“ fallen, dann beginnen bei einigen Technik-Fans die Augen zu leuchten. Für einen Moment scheinen sie zu vergessen, dass es hier um die Themen Falschparken und Strafgelder. Hauptsache der moderne Mensch kann sein Smartphone rausholen, etwas scannen und gleich vor Ort, unter freiem Himmel, ein Geschäft tätigen. In diesem Fall bezahlen. Wer das merkwürdig findet, ist offenbar ganz schön altmodisch.

Seit 1. Januar gibt es in Schwerin nun also das Online-Knöllchen, erst jetzt wurde das Konzept von der Stadtverwaltung offiziell vorgestellt. Inzwischen hätten aber schon 76 Falschparker in Schwerin ihr Verwarngeld online bezahlt, verkünden die Macher stolz. Begriffen haben diese Fahrer das Prinzip offenbar auch ganz ohne offizielle Erklärung.

Das neue digitale Knöllchen kommt allerdings altbekannt analog daher: Weiterhin klemmt es als Zettel an der Windschutzscheibe des Autofahrers, der eine Ordnungswidrigkeit begeht – also die Parkzeit überschreitet, im Parkverbot steht, mit einem Reifen auf dem Bordstein oder entgegen der angezeigten Richtung.

Auf dem kleinen Stück Papier gibt es jetzt oben rechts ein quadratisches grafisches Element, den so genannten QR-Code. Smartphonebesitzer können ihn scannen und werden so auf die Datenbank „Online-Knöllchen“ weitergeleitet. Wenn sie jetzt ihr Autokennzeichen und die auf das Knöllchen gedruckte Kennung eingeben, können sie sofort erfahren, welcher Parkverstoß ihnen vorgeworfen wird und was dieser kostet. Wer die Verwarnung akzeptiert, kann sofort bezahlen. Dazu gibt es verschiedene Verfahren: Mit „giropay“ gelangt man zum Beispiel direkt auf die jeweiligen Online-Banking-Portale der Banken und Sparkassen. Die Überweisungen sind vorausgefüllt und nur noch mit den eigenen Daten zu bestätigen. Zahlendreher im Aktenzeichen oder bei der Iban-Nummer sollen so ausgeschlossen werden, erklären die Mitarbeiter des städtischen IT-Dienstleisters Kommunal Service Mecklenburg, kurz KSM. Sie haben das Projekt für Schwerin und Ludwigslust entwickelt, künftig soll es auch in der Nachbarstadt Online-Knöllchen geben.

Der verwarnte Autofahrer hat eine Woche Zeit, das Online-Knöllchen zu nutzen. Wenn bis dahin keine Zahlung eingeht, wird wie zuvor ein Brief an den Halter geschickt. „Vor allem Fahrer von Firmen-, Miet- und Leasingsfahrzeugen werden das Online-System schätzen, da die jeweilige Firma dann nicht mehr angeschrieben wird, was möglicherweise mit weiteren Kosten, aber zumindest mit Ärger verbunden sein kann“, sagt Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum. Die Verwaltung spare Porto-, Druck- und Sachkosten. Etwa 50 000 Briefe seien vergangenes Jahr an Falschparker rausgegangen.

Übrigens kann man das Online-Knöllchen auch vom heimischen Computer aus bearbeiten – und zwar über die auf dem Knöllchen aufgedruckt Internetadresse oder über die Rubrik „Häufigste Onlinedienste“ auf der Homepage der Stadt unter www.schwerin.de

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