Escape-Room in Schwerin : Knobeln unter Zeitdruck

Zeit ist alles: Eine Stunde haben Torsten Röttgers Gäste in seinen Rätselräumen, um die Geheimnisse zu lösen.
Zeit ist alles: Eine Stunde haben Torsten Röttgers Gäste in seinen Rätselräumen, um die Geheimnisse zu lösen.

Torsten Röttger hat Schwerins ersten „Escape Room“eröffnet – einen Ort voller Rätsel und ohne Handys

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21. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Weg vom Bildschirm, mit Freunden in abgetrennten Räumen rätseln: „Escape Rooms“ locken Menschen aus der virtuellen Welt hin zur „realen“ Schnitzeljagd. Auf der ganzen Welt schießen die wahr gewordenen Computerspiele aus dem Boden, allein in Deutschland gibt es 500 davon. Torsten Röttgers bringt den Hype nach Schwerin, vor sechs Wochen hat der gelernte Fliesenleger seinen eigenen Rätselraum, das „Circle of Time“, in der Lübecker Straße eröffnet.

Rund ein Jahr hat es gedauert, bis alles in trockenen Tüchern war und Röttgers zum ersten Mal die Türen aufsperren konnte. „20 Jahre lang hatte ich als Fliesenleger gearbeitet. Jetzt ging es nicht mehr. Der Rücken“, erzählt der 45-Jährige. „In meinem Alter gibt es nur zwei Möglichkeiten. Machen oder bleiben lassen. Ich habe mich fürs Machen entschieden und mir die nötige Zeit genommen.“ Von den ersten Ideen bis zur Gestaltung der Räume hat sich Röttgers keine Hilfe geholt. „Natürlich wäre es ein Leichtes gewesen, von anderen Räumen abzukupfern – es gibt ja mehr als 500 von ihnen in Deutschland. Doch das wollte ich nicht, ich wollte mein eigenes Ding machen“, sagt der Hobby-Rätsler.

Zwei Themenräume warten bei Röttgers darauf, von einfallsreichen Spürnasen erforscht zu werden. „Jede Gruppe hat eine Stunde Zeit, um die verschiedenen Rätsel zu finden und zu lösen“, erklärt Röttgers. In der „Kammer des Ketzers“ geht es für Knobelfreunde ins 17. Jahrhundert. Alte Schränke zieren den Raum, an den Wänden hängen Pelze – und Licht gibt es nur durch Kerzenschein. „Auf dem Tisch in der Mitte des Raumes liegt ein Pergament mit einem Hinweis. Damit geht die Suche und das Knobeln los“, sagt der Schweriner. Im zweiten Raum, der den Titel „Der fehlende Beweis“ trägt, geht es um einen Einbruch ins Staatsmuseum, bei dem auf den ersten Blick nichts gestohlen wurde. In den nächsten Wochen und Monaten sollen zwei weitere Räume folgen, verspricht Röttgers.

Ob die Gruppen, die aus zwei bis sechs Teilnehmer bestehen, tatsächlich die Geheimnisse der beiden Räume lösen, hängt von ihrer Kombinationsgabe ab. „Jedes Team hat drei Fragen frei. Über Kameras sehe ich, was in den Räumen passiert. Und wenn gewünscht, gebe ich entsprechend Hilfestellungen.“

Des Rätsels Lösung ist für den umgeschulten Denkspiel-Erfinder nur Mittel zum Zweck. „Im Endeffekt geht es darum, dass die Leute wieder miteinander reden. Statt beim Blick aufs Handy, entstehen die besten Gespräche von Angesicht zu Angesicht“, so der Schweriner. „Deswegen herrscht hier auch Handy-Verbot. Ich bin der einzige, der einen Blick aufs Smartphone werfen darf.“

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