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Schwerin erneuert Kanalisation : Knaudtstraße neun Monate gesperrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Abwasserentsorgung investiert 7,4 Millionen Euro ins Rohrleitungssystem – Anlieger werden zur Kasse gebeten

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 20:45 Uhr

In der Stadt geht das große Buddeln auch in diesem Jahr weiter. Schon in der kommenden Woche beginnt es mit einem Paukenschlag: Eine der wichtigsten Verkehrstrassen, die Knaudtstraße, wird für neun Monate dicht gemacht. Zwischen Alexandrinenstraße und Bürgermeister-Bade-Platz muss die Abwasserleitung erneuert werden. Fahrten von der Knaudtstraße in die Alexandrinen- und Dr.-Hans-Wolf-Straße sind in der Zeit der Bauarbeiten nicht mehr möglich.

In der Knaudtraße liegt eine der ältesten Leitungen in Schwerin. Sie stammt aus dem Jahr 1880 und wurde aus dem damals hochmodernen Stahlbeton gebaut. Allerdings sind die Rohrwände durch Schwefelsäure angegriffen und nur noch halb so stark, wie bei der Verlegung.

„Wir müssen hier in offener Bauweise arbeiten“, sagt der Chef der Schweriner Abwasserentsorgung, Lutz Nieke. „Deshalb die lange Bauzeit.“ Es werden auch gleich größere Rohre verlegt. „Dadurch können bei starkem Regen bis zu 10 000 Kubikmeter pro Stunde abfließen.“ Um den Umleitungsverkehr „möglichst stauarm“ abwickeln zu können, wird die Ampelschaltung des Bürgermeister-Bade-Platzes geändert.

Auch an anderen Stellen in der Stadt wird gebuddelt. In der Steinstraße werden neue Abwasserrohre verlegt – ebenfalls in offener Bauweise. „Mit dem neuen Kanal wird das so genannte Stauraumvolumen erhöht“, sagt Nieke. Das Ziel: Bei starkem Regen soll soll kein Abwasser mehr in den Pfaffenteich überlaufen.

Auch in der Klosterstraße wird zwischen Mecklenburgstraße und Hotel der Kanal erneuert. Das Problem hier: der Baugrund.

Die schlechteste Leitung der Stadt liegt im Räthenweg. Der aus den 1930er-Jahren stammende Kanal muss ebenfalls in diesem Jahr erneuert werden. Allerdings weiß Investitions-Manager Peter Bongartz noch nicht genau, wie die Anwohner während der Bauzeit zu ihren Grundstücken kommen sollen. „Die Zufahrt wäre über den Hof der Seniorenwohnanlage möglich. Das ist aber Privatgelände und wir können nicht den gesamten Baustellenverkehr dort abwickeln.“

Ob die Schweriner Abwasserentsorgung im Großen Moor und auf dem Schlachtermarkt die Kanalisation erneuern wird, steht noch nicht fest. „Wir hätten in Teilen der Straße Bedarf“, sagt Lutz Nieke. „Wir werden jedoch nur dann bauen, wenn die Stadt die Straße und den Platz saniert.“ Die Kosten dafür hat die SAE noch nicht eingeplant.

Auch in der Landreiter- und in der Hospitalstraße wird die Schweriner Abwasserentsorgung nur dann die Kanalrohre erneuern, wenn die Straße gemacht wird. Weil die in einem Sanierungsgebiet liegen, ist die Landesgrunderwerb zuständig.

Der städtische Eigenbetrieb investiert auch in einige Regenwasserbehandlungsanlagen, um Schadstoffe von den Seen fernzuhalten, so auf Klotzwerder am Lankower See und im Mueßer Holz. In das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage wird investiert, um Kosten zu senken. Insgesamt nimmt die SAE 7,4 Millionen Euro in die Hand – deutlich mehr, als in den Vorjahren.

Einen Teil davon werden allerdings die Anlieger bezahlen müssen. Für die Kanalerneuerung wird ein Baukostenzuschuss von 4,44 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche fällig.

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