zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 22:52 Uhr

Feuerwerk in Schwerin : Knaller unter Kontrolle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner klagen über Lärm und Gefahr bei vielen Feuerwerken in der Stadt, doch zuständige Behörden sehen keine Probleme

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Wie viel Feuerwerk verträgt die Stadt? Ist Schwerin schon die Feuerwerks-Hauptstadt des Landes? Das Altstadtfest steht vor der Tür und damit am Sonnabend wieder ein spektakuläres Höhenfeuerwerk. SVZ-Leserin Margit Blank findet es „schlimm, was in diesem Sommer wieder verballert wurde.“ Aus finanzieller und ökologischer Sicht findet sie das „schwer erträglich“. Leserin Sabine Beck kommentiert: „Wer hat, lässt krachen. Nur was, wenn Europa gerade nicht nach Krach zumute ist? Nizza, Würzburg, Ansbach und Rouen verlangen nach Respekt.“ Stadtarchivar Rainer Blumenthal bangt bei jeder Knallerei um das Schloss. „Ein Feuerkörper, der eine Fensterscheibe durchschlägt und auf einem Teppich landet – und die Bescherung ist da“, sagt er und denkt an den Großbrand vor mehr als 100 Jahren.

Doch so viele Feuerwerke, wie die Schweriner glauben, gibt es gar nicht. Ein gutes Dutzend zählten die Zuständigen für 2016 – Silvester ausgenommen. Mehrere Ämter kümmern sich im Vorfeld darum, dass möglichst nichts brennt und niemand belästigt wird. Die kleinen, privaten Knallereien, müssen bei der Stadt angemeldet werden. Für größere, gewerbliche Feuerwerke ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zuständig.

Patrick Wiener vom Schweriner Ordnungsamt zählte sechs kleine Feuerwerke in acht Monaten, vor allem zu Geburtstagen oder Hochzeiten. „Wenn ich den Leuten in einem ersten Telefonat sage, dass sie der Stadt rund 100 Euro Gebühr zahlen müssen für das Vorhaben, dann winken sie oftmals ab und gestalten ihre Party anders“, sagt Wiener. Eine Bearbeitungsgebühr wird auch fällig, wenn er das geplante Feuerwerk aus Sicherheits- oder Lärmgründen ablehnt.

Das Lagus verzeichnete in den zurückliegenden Monaten sogar nur sieben Feuerwerke: drei Hochzeiten und vier Feste: Drachenbootfest, die MeckProms, 60 Jahre Zoo und Hafenfest. Bei gewerblicher Knallerei muss der Feuerwerker eine Erlaubnis nach Sprengstoffgesetz vorweisen. Die Abstände zu brandempfindlichen Gebäuden müssen eingehalten werden, die Nachbarschaft und Allgemeinheit notfalls durch Absperrungen geschützt werden. Bei Sicherheitsmängeln gibt es eine Rücksprache oder Begehung vor Ort.

Beschwerden bei den Ämtern gab es im Nachgang übrigens sehr wenige: Das Lagus erinnert sich an eine Lärmbelästigung in Zippendorf aus dem Jahr 2015. Patrick Wiener kennt zwei Ordnungswidrigkeiten aus diesem Jahr: „Ein paar Herrschaften, die sich bei der Fußball-EM zu sehr gefreut hatten, ließen ein Feuerwerk los und hatten das vorher nicht angezeigt.“

Hochsaison für große Feuerwerke sind die Monate Mai bis August, die beliebtesten Orte der Schlossgarten und der Zippendorfer Strand. Wie viele Feuerwerke in einer Stadt abgefeuert werden dürfen, dafür gibt es übrigens keine Beschränkung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen