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Arbeiten in Schwerin : Klinikum setzt auf Flüchtlinge

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helios und Arbeitsagentur luden gezielt 60 Arbeitslose zum Infotag ein und stellten Berufe in Küche, Logistik und Reinigung vor

von
erstellt am 28.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Das Prinzip klingt simpel: Menschen, die Arbeit suchen, treffen auf Unternehmen, die Arbeitskräfte brauchen. Beide verbringen einen halben Tag zusammen, jeder zeigt, was er kann, und sagt, was er vom anderen erwartet. Dann gibt es ein paar Tage Bedenkzeit, um das Erfahrene sacken zu lassen. Und am Ende haben viele Schweriner Arbeitslose einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Ob und wie so ein Zusammentreffen im großen Stil funktioniert, das probierten am Mittwoch die Helios-Kliniken in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur aus. Eingeladen wurden rund 60 Menschen, die einen Job suchen. Das waren zu etwa gleichen Teilen Langzeitarbeitslose, Migranten, die schon länger hier leben, und Flüchtlinge, die erst vor kurzem ihre Integrationskurse abgeschlossen haben. Durch drei große Bereiche wurden sie gruppenweise geführt: Küche, Reinigung und Logistik. Genau dort werden aktuell Mitarbeiter gesucht. Spannendes Ergebnis nach knapp vier Stunden: 26 der insgesamt 58 Arbeitssuchenden könnten sich gut vorstellen, bei Helios zumindest erstmal ein mehrwöchiges Praktikum zu machen, um zu schauen, ob die Arbeit wirklich zu ihm oder ihr passt.

Genau das hatte sich der Schweriner Arbeitsagentur-Chef Guntram Sydow erhofft. Er setzt auf Freiwilligkeit statt auf Zwang. Nur wenn der künftige Job den Arbeitnehmern gefällt, würden langfristige Arbeitsverhältnisse geschaffen. Ein bisschen stolz ist er auf die Vermittlung der Neu-Ankömmlinge: Aktuell gäbe es Schwerin 388 arbeitslos gemeldete Flüchtlinge, 81 seien schon in diesem Jahr in Jobs vermittelt worden – viel mehr als 2016 insgesamt. Die Arbeitsagentur sei mit vielen Arbeitgebern in engem Kontakt, würde mit Flüchtlingen gezielt Betriebe besuchen und Kontakte ermöglichen, die oft in ein Praktikum und in einen festen Vertrag münden.

„Rund 2500 Mitarbeiter beschäftigen die Schweriner Helios-Kliniken“, erklärte Geschäftsführer Thomas Rupp in seiner Eröffnungsrede. 1500 Patienten werden hier betreut. Die Küche sorgt für täglich rund 2200 Essen, gereinigt werden 260 000 Quadratmeter Fläche – von der Treppe bis zum Operationstisch. In der Logistik, die Sirko March leitet und die unter anderem für die Materialbewirtschaftung und den Patiententransport im Haus zuständig ist, arbeiten rund 90 Menschen. Für die Reinigung werden 100 Leute gebraucht, fürs Catering etwa 75 Arbeitskräfte. „Wir beschäftigen heute schon Migranten und machen gute Erfahrungen“, sagt Heidi Rönck, Chefin von Helios Catering Nord Ost. „An diesem Tag wollen wir nicht nur Leute für Hilfsberufe finden, sondern die Neu-Schweriner auch für den medizinischen und den Pflegebereich im Allgemeinen interessieren.“

 

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