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Ausbau mit Folgen : Klinik in Leezen bald ohne Schwimmbad

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Der Intensiv-Bereich der Klinik Leezen wird ausgebaut. Im neuen Konzept hat das Schwimmbad deshalb keinen Platz mehr, es wird geschlossen.

Leezen | Die Helios-Kliniken bauen ihren Standort in Leezen um. Sehr zur Freude von Professor Bernd Frank, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Leezener Klinik, steht in der Radiologie bereits ein neues Spezial gerät für die Computertomo grafie. Mit Hilfe der neuen "Röhre" erhalten die Ärzte nicht nur noch bessere Aufnahmen, die Zeit für eine Untersuchung an dem modernen Gerät ist deutlich kürzer und somit weniger belastend für den Patienten.

Doch das ist erst der Anfang. Größere Umbauarbeiten beginnen im Februar und März. Zu spüren sein wird das aber bereits ab Jahresbeginn. Denn im neuen Raumkonzept für die Leezener Klinik ist kein Platz mehr für das Schwimmbad. Es wird am 29. Dezember geschlossen. "Bei der Behandlung unserer Pa tienten spielt es ohnehin kaum noch eine Rolle", erläutert Professor Frank.

Denn Leezen war zwar Mitte der 1990er-Jahre als Reha-Klinik für Neurologie und Orthopädie gebaut worden. Und bei diesen Patienten gehörten therapeutische Anwendungen im Wasser zur Behandlung zwingend dazu. Doch heute stehen 180 der insgesamt 240 Betten schwerstkranken Menschen, die interdisziplinär behandelt werden müssen, zur Verfügung. Darunter sind Menschen, die in Spezialbetten künstlich beatmet werden müssen oder die eine Dia lysebehandlung benötigen. In den meisten Fälle sind diese Menschen wegen verschiedener schwerer Erkrankungen in Behandlung, auch wegen nicht heilender Wunden. Für viele dieser Patienten ist die Klinik Leezen die letzte Chance auf der Suche nach Genesung. Aus der ganzen Bundesrepublik werden sie nach Mecklenburg gebracht, weil ihnen anderenorts nicht mehr geholfen werden kann. Eine Zahl macht das besonders deutlich: "Zwei Drittel der Patienten kommen mit Krankenhaus-Keimen zu uns", berichtet Professor Frank. Das erschwert die Behandlung zusätzlich - und schließt zugleich Therapiebehandlungen im Schwimmbad aus. Daher sind hier kaum noch Patienten der Klinik zu finden gewesen.

Das Schwimmbad wurde dennoch genutzt. Therapie-Praxen und auch die Rheumaliga waren hier gern zu Gast. "Wir haben unsere langjährigen Partner rechtzeitig über die Umgestaltung informiert und Kompensationsmöglichkeiten geschaffen", betont Professor Frank. Aber das Schwimmbad ist schon bald Geschichte, der Platz werde einfach gebraucht.

Denn durch den Umbau entsteht in Leezen eine neue, die dritte Intensivstation. Die entsprechende Bettenzahl in diesem Bereich erhöht sich von 35 auf 45. Alle Patienten hier müssen künstlich beatmet werden. "Intermediate Care" nennen die Spezialisten den sich daran anschließenden Bereich, der zwischen Intensivstation und Frühreha die Patienten aufnimmt. Bislang stehen in Leezen 28 Betten dafür zur Verfügung, diese Zahl wird verdoppelt - auf 56. Die Gesamtanzahl der Betten in der Klinik wird allerdings nicht erhöht, vielmehr erfolgt auch hier eine Umstrukturierung.

Damit auch die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger - insgesamt beschäftigt Helios in Leezen 500 Mitarbeiter - den Anforderung im größer werdenden Intensiv-Bereich gerecht werden, beginnen im Januar Fort- und Weiterbildungen, erläutert Professor Frank. Abgeschlossen sein soll der gesamte Umgestaltungsprozess im Sommer.

Grundlage für den Umbau der Leezener Klinik war die Weichenstellung für die Kliniklandschaft durch die Schweriner Landesregierung und die entsprechende Berücksichtigung in der Krankenhausplanung von MV. So ist die Zukunft des größten Früh reha bi li tationszentrums Europas gesichert. Dafür hat Helios nach diesen Entscheidungen das bislang nur gepachtete Klinikgebäude und das Areal gekauft und beginnt nun mit den angekündigten Investitionen.

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erstellt am 23.Dez.2011 | 09:43 Uhr

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