Abwasserstreit in Schwerin : Kleingärtnern stinkts gewaltig

Die Ruhe trügt: Gärtner ärgern sich über die neue Abfahrtsregelung der Sammelgruben in der Kleingartenanlage „Einigkeit“.
Die Ruhe trügt: Gärtner ärgern sich über die neue Abfahrtsregelung der Sammelgruben in der Kleingartenanlage „Einigkeit“.

Höhere Kosten und kaum Termine für Abwasser-Abfuhr – Absprachen der Pächter mit der WAG sind offenbar schwierig

23-65748720_23-67291560_1420651576.PNG von
03. Juni 2015, 12:00 Uhr

Grün, ruhig und beschaulich sind die Gärten  in der Kleingartenanlage „Einigkeit“. Zurzeit blühen viele Blumen, Sträucher und auch Bäume. Es sieht herrlich aus. Die Kleingärtner hegen und pflegen ihre Parzellen. Ernten das erste Gemüse des Jahres. Es könnte alles so schön sein. Wenn da nicht die neue Regelung zur Abfahrt des Abwassers  wäre. Denn die Parzellenbesitzer  sind  verpflichtet, ihre Sammelgruben von der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft (WAG) leeren zu lassen (wir berichteten).

„Wir sollen nun für jede Anfahrt schon etwa 15 Euro bezahlen. Früher brauchten wir das nicht“, erzählt Horst Meyer erbost. Er hat seinen Garten seit 20 Jahren und fühlt sich von der Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt. „Wir wurden gar nicht gefragt, nur informiert“, fügt er hinzu. Der alte Anbieter habe immer mehrere Gärten auf einmal abgefahren und die Anfahrtskosten durch alle geteilt. Nun falle für jeden Einzelnen diese Gebühr an.

Heidemarie Kurt beschwert sich ebenfalls über die Mehrkosten: „Ich finde nicht gut, was die Stadt macht. Früher hat eine Abfahrt  gut 20 Euro gekostet, jetzt müssen wir 35 Euro bezahlen.“

„Für einen Kubikmeter Abwasser zahlten wir Kleingärtner 2014  16 Euro. Herr Krause von der WAG brüstet sich mit 27,60 Euro. Es wäre Herrn Krause  zu empfehlen, dass er über seinen Preis nochmals nachdenkt“, schreibt Oskar Gramsch in einem Leserbrief an die SVZ.  Doch Axel Krause, Geschäftsführer der WAG, entgegnet: „Nicht die WAG erhält 27,60 € für die Leerung einer abflusslosen Sammelgrube in Kleingärten sondern die Schweriner Abwasserentsorgung SAE.“ Denn die Grundlage der Abrechnung  bilde das Preisblatt der SAE vom 6. März. Deshalb helfe auch die Empfehlung nicht, dass die WAG  über den Preis nochmal nachdenken solle. „Das kann sie nicht, weil sie dafür nicht zuständig ist –  und es  auch nicht darf“, betont Krause. Die Entsorgungsleistung  wurde von der SAE ausgeschrieben. Die  WAG habe den Zuschlag erhalten, weil sie das wirtschaftlichste Angebot abgegeben habe. Deshalb werde die WAG auch direkt von der SAE bezahlt.

Aber auch Egon Zingelmann ist wenig begeistert von der Neuerung: „Wir hatten extreme Anlaufschwierigkeiten, um überhaupt einen Abfuhrtermin zu bekommen.“

Von diesen Schwierigkeiten berichtet auch Nicolas Schlegel, Vorsitzender des Gartenvereins „Erholung“. Er habe von vielen Gärtnern gehört, dass es Probleme gäbe, Abfuhrtermine zu bekommen. Dazu komme, dass er am Montag einen Anruf von einem WAG-Mitarbeiter bekommen hätte. „Mir wurde mitgeteilt, dass die WAG das Schlüsselpfand von 17 Euro für unsere Torschlüssel zu den Gärten nicht bezahlen will“, berichtet Schlegel.  In der Vergangenheit habe jedes Abfuhrunternehmen die Kaution hinterlegt. „Mir wurde gedroht. Wenn wir ein Pfand verlangen, werde nichts abgefahren.“ Für heute sind Abfuhrtermine für einige Gärten vereinbart worden.  „Doch ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten, denn die Schlüsselfrage ist noch nicht geklärt.“

Schimmelstute Blacky ist 42 Jahre alt und der Star in Ahrensboek.

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Sonntag, 31. Mai 2015

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen