Arbeit : Kleine Pendlerhochburg Schwerin

Reger Betrieb dank der Pendler: Gerade einmal 48 Prozent der in Schwerin Werktätigen leben auch in der Landeshauptstadt.
Reger Betrieb dank der Pendler: Gerade einmal 48 Prozent der in Schwerin Werktätigen leben auch in der Landeshauptstadt.

Nach wie vor ist die Landeshauptstadt als Oberzentrum gefragt / Jeder zweite Arbeitnehmer lebt nicht am Arbeitsort

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24. März 2015, 12:00 Uhr

Berufspendler haben es in Zeiten von Piloten- und Bahnstreiks nicht leicht. Allein in Westmecklenburg pendeln von den etwa 139 000 aufgeführten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 42 000 täglich zum Arbeitsort, so die aktuellste Erhebung der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2014.

Auch  Schweriner sind von dieser Problematik betroffen. Denn  von den etwa 49 000 in der Stadt Beschäftigten leben nur  24 000 auch hier. Das sind 48 Prozent, was bedeutet: Jeder zweite  muss für die Arbeit nach Schwerin  fahren. Der Großteil dieser so genannten Einpendler kommt dabei aus den umliegenden Landkreisen Ludwigslust-Parchim (knapp 13 000) und Nordwestmecklenburg (etwa 6 000). Sie machen mit rund 19 000 Personen 75 Prozent der Einpendler  aus. Die übrigen kommen vorwiegend aus Rostock, Neubrandenburg, Neuruppin und Stendal. Aber auch aus den restlichen Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns wie aus der gesamten Bundesrepublik erhält Schwerin seine Arbeitnehmer. Knapp 6 000 sind es an der Zahl.

Natürlich bilden auch hier die Rest-Mecklenburger mit  54 Prozent die Mehrheit. Aus  dem Bundesgebiet bekommt Schwerin den meisten Zuwachs aus Brandenburg (610 Beschäftigte), Schleswig-Holstein (350), Niedersachsen (276) und aus Berlin (251).

Doch längst nicht alle Arbeitnehmer, die in der Landeshauptstadt leben, haben auch hier Arbeit gefunden. Mehr als 10 000 Schweriner pendeln aus. Erfreulich ist  die Tatsache, dass  von diesen Pendlern etwa 64 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bleiben und so sprichwörtlich die eigene Wirtschaft ankurbeln.

Nur etwas mehr als 3 500  Arbeitnehmer verschlägt es in das restliche Bundesgebiet. Ihre Mehrheit arbeitet in Hamburg (1 202 Personen). Aber auch Schleswig-Holstein (841) und Niedersachsen (324) sind höher frequentierte  Gebiete. Sogar bis in die südlichsten Zipfel Deutschlands – Baden-Württemberg und Bayern – verschlägt es einige Hundert Schweriner. Nur das Saarland profitierte 2014 den Angaben der Bundesagentur für Arbeit nach nicht von Schweriner Einpendlern.

Der Schweriner Einpendlertrend ist charakteristisch für städtische Gebiete, wie Karina Thorbahn, Regionalcontrollerin von der Agentur für Arbeit, erklärt. Die Stadt habe eine Sogwirkung für Arbeitnehmer aus dem Umland.

„Das kann unterschiedliche Gründe haben, wie beispielsweise eine gute Verkehrsinfrastruktur  aus dem unmittelbaren Umland, ein besseres Lohn- und Gehaltsgefüge,  eine größere Betriebsdichte bezogen auf die Fläche oder attraktivere Arbeitsbedingungen.„  Auch die Einpendlerquote der Hansestadt Rostock sei verhältnismäßig hoch, „wobei sie aber nicht an das Niveau von Schwerin heranreicht“, wie Thorbahn sagt.

Im Blick auf ganz Westmecklenburg stellt sich die Lage indes deutlich anders dar. Gemessen an der gesamten Beschäftigung pendeln etwa 23 Prozent aller Arbeitnehmer aus der Region aus, nur 12 Prozent kommen herein. Verglichen mit dem Jahr 2010 hat sich  die Zahl der Einpendler nach Westmecklenburg um   knapp 5 Prozent erhöht. Die Zahl der Auspendler  dagegen ist gesungen – um 766 Personen oder magere 1,8 Prozent.

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