zur Navigation springen

Kräuterwanderung in Plate : Kleine Blätter mit großer Wirkung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heilpflanzen am Ufer der Stör: Kräuter-Kundlerin Cornelia Weiß taucht mit Interessierten in die Welt der heimischen Wildkräuter ab

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Es war nicht Eduard Mörikes „blaues Band“, dem Kräuter-Kundlerin Cornelia Weiß am Sonnabend mit ihren Gästen gefolgt ist. „Wir wollen uns die Pflanzen genauer anschauen und widmen uns in Anlehnung an das bekannte Frühlingsgedicht dem grünen Band“, erklärte sie zu Beginn ihres Kräuterspaziergangs.

Nach wenigen Schritten war auch schon das erste Kraut gefunden, das die Aufmerksamkeit der 13-köpfigen Gruppe geweckt hatte. „Was ist denn das?“, wurde Cornelia Weiß von einer der Teilnehmerinnen gefragt. Zu ihren Füßen ragen große, dicke Blätter der Sonne entgegen – ähnlich wie die eines Rhabarbers. „Das ist die Pestwurz. Früher eine viel genutzte Heilpflanze, heute aber aufgrund der krebserregenden Inhaltsstoffe ins Hintertreffen geraten“, erklärt Cornelia Weiß.

Giersch hilft bei Gicht und Rheuma. Foto: Katja Müller
Giersch hilft bei Gicht und Rheuma. Foto: Katja Müller Foto: Katja Müller

Weitergehts, die Stör immer im Blick. Doch die Gruppe kommt nicht weit. Denn der Grünstreifen ist ein Meer der unterschiedlichen Un- und Wildkräuter. Gundermann, Vogelmiere, Brennnessel und Giersch stehen dicht an dicht. „Oh ja, den Giersch habe ich hundertfach im Garten, ich gebe gern ab“, wirft Irmtraut Roepke ein. Die Seniorin aus Peckatel zeigt sich auch bei allen Kräutern spendabel. „Alle Pflanzen haben das Recht, sich in meinem Garten auszubreiten und viele schmecken wirklich gut“, versichert Irmtraut Roepke. So landet der bei vielen unbeliebte Giersch oft in ihrem Suppentopf. „Im Sommer mache ich gern auch eine kalte Suppe draus, ähnlich wie Gurkensuppe“, erzählt sie weiter.

Vogelmiere stärkt die Abwehrkräfte. Foto: Müller
Vogelmiere stärkt die Abwehrkräfte. Foto: Müller Foto: Katja Müller
Aber eben nicht nur diese grünen Blätter seien schmackhaft und gut gegen das eine oder andere Wehwehchen. Die dicken gelben puschligen Blütenköpfe des Löwenzahns bleiben auch von den Kräuterspaziergängern nicht unentdeckt. „Der Löwenzahn ist wirklich sehr vielseitig, da er in verschiedenen Stadien geerntet werden kann“, sagt Cornelia Weiß und erzählt von eingelegten Knospen, die ähnlich wie Kapern schmecken, den gelben Blüten, aus denen sie Sirup herstellt oder den frischen Blättern. Daraus zaubert sie Kräuterbutter und schneidet sie auch in den Salat. Silke Marquardt nutzt sogar die Wurzel. „Ich trockne, röste sie und mache Kaffeepulverersatz draus. Schmeckt nicht ganz wie der Kaffee aus der Bohne, aber gut“, versichert die junge Frau. Für sie ist es nicht die erste Kräuterwanderung. „Es ist trotzdem interessant, man lernt immer etwas dazu“, ergänzt sie. Auch Mitwanderer Ingo Dürsen ist zufrieden: „Das ist wie mit diesen Seminaren zum Bäume beschneiden: Man war schon mal da, geht aber trotzdem noch einmal hin. Es macht gewiss nicht dümmer und ist interessant.“
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen