Schwerin : Kleine Baustelle mit Problemen

Das Hotel links, der Blumenladen rechts – beide Unternehmen leiden besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit unter der Dauerbaustelle in der Klosterstraße.
Das Hotel links, der Blumenladen rechts – beide Unternehmen leiden besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit unter der Dauerbaustelle in der Klosterstraße.

Arbeiten in der Klosterstraße werden erst im Frühjahr abgeschlossen

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10. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Vor drei Monaten teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Klosterstraße wegen Bauarbeiten vom 4. September bis Ende November gesperrt wird. Heute ist klar: Da war der Wunsch der Vater des Gedankens. „Wir werden die Arbeiten erst im Frühjahr abschließen können“, sagt Lutz Nieke. Der Werkleiter der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) hätte gern – wie ursprünglich geplant – im Frühjahr dieses Jahres begonnen. „Dann wären wir auch tatsächlich Ende November fertig geworden. Jetzt haben wir eine Winterbaustelle.“ Für die Verzögerung gibt es zwei Ursachen: technische Probleme und organisatorische Besonderheiten.

In der Schweriner Altstadt gilt der Grundsatz: Wer mit dem Bagger in die Tiefe geht, muss mit Schwierigkeiten rechnen. Unsicherer Baugrund, unbekannte Leitungen und große Steine machen den Planern und Bauleuten das Leben schwer. So auch in der Klosterstraße. Eine Leitung lag nicht dort, wo sie in den Plänen eingezeichnet war, eine andere war weggekippt. Das bringt Verzögerungen mit sich, ist aber beherrschbar.

Die organisatorischen Verhältnisse wiegen für die Bauzeit schon schwerer. Wer bei der Stadtverwaltung anruft und etwas über die Baustelle Klosterstraße wissen will, wird an den Sanierungsträger, die LGE Mecklenburg-Vorpommern verwiesen. Die LGE erklärt sich für nicht zuständig und verweist auf die SAE. Die wiederum schickt den Fragenden zurück zur LGE. Und deren Geschäftsführer Robert Erdmann „gesteht“ dann: „Ja, das ist unsere Baustelle.“

Der Abschnitt der Klosterstraße, der jetzt saniert wird, liegt im Sanierungsgebiet Altstadt. Damit ist die LGE zuständig, bekommt für die Arbeiten Fördermittel. Allerdings liegt ein kleiner Teil der Baustelle außerhalb des Sanierungsgebietes. „Das sind aber nur wenige Quadratmeter", sagt Robert Erdmann. Doch für diese „wenigen Quadratmeter“ ist die Stadt verantwortlich, muss für die Finanzierung sorgen. „Wir haben uns aber bereit erklärt, die Arbeiten insgesamt zu koordinieren. Allerdings mussten wir auf die Finanzzusage der Stadt warten“, so Erdmann. Und die war an die Genehmigung des Haushaltes durch das Innenministerium gebunden, vorher darf die Stadt nicht investieren. Da diese Genehmigung aber wieder erst spät im Jahr kam, konnte die LGE die Arbeiten auch erst spät ausschreiben. Das bedeutete eben: später Baubeginn, späte Fertigstellung.

„Das ist natürlich ungünstig für das Hotel und den Blumenladen in der Straße“, weiß Robert Erdmann. „Gerade jetzt im Weihnachtsgeschäft.“ Allerdings ist er auch nie davon ausgegangen, dass bei einem Baubeginn Anfang September Ende November alles fertig sein würde. „Wenn mir die Ingenieure sagen, in drei Monaten ist alles fertig, so glaube ich das schon lange nicht mehr“, sagt der Architekt.

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