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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 06:43 Uhr

Stralendorf : Klarer Appell an die Bürger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Initiative gegen Windkraft und Bürgermeister rufen zu Stellungnahmen auf – bis 30. Mai müssen diese abgegeben sein

von
erstellt am 24.Apr.2016 | 09:00 Uhr

35 Tage sind noch Zeit, um alle Einwände, Argumente und Fakten zu Papier zu bringen und sie an die Geschäftsstelle des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg zu senden. Das betonten Stralendorfs Bürgermeister Helmut Richter, Christian Wöhlke vom Aktionsbündnis „Freier Horizont“ sowie Heiko Böhringer von der gleichnamigen Partei immer wieder am Donnerstagabend. Gemeinsam hatten sie zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Und dass das Thema Windenergie nicht nur einen Bruchteil der Bürger interessiert, zeigten neben den Anti-Windkraft-Plakaten im Ort auch die Zahl der Gäste: Mehr als 130 kamen in die Amtsscheune. Geduldig lauschten sie mehr als 90 Minuten den Ausführungen der Podiumsgäste. Die hatten neben vielen allgemeinen Fakten zur Festlegung von Windeignungsgebieten auch ganz konkrete Handreichungen für den Protest gegen einen Windpark um den Wald „In den Schlingen“ dabei. „Dieses Waldstück ist mit seinen 320 Hektar eines der größten potenziellen Eignungsgebiete in Westmecklenburg“, erklärte Bürgermeister Helmut Richter. Die Gemeinde hat bereits bei einer ersten Beteiligung eine Vielzahl von Einwänden eingereicht. „Es wurde so gut wie nichts berücksichtigt, doch davon dürfen wir uns nicht entmutigen lassen“, so Richters klarer Appell an die Bürger, sich in den nächsten Tagen schriftlich zu äußern.

Christian Wöhlke vom Aktionsbündnis rief dazu auf, bei Spaziergängen in den nächsten Tagen genau zu beobachten und die Ergebnisse zu notieren. „Die besten Gutachten sind Fakten. Eben das, was sie dort wahrnehmen und durch Windkraftanlagen bedroht sehen“, betonte der Schweriner Jurist. Einer der Bürger wollte wissen, ob es nicht ausreiche, sein Veto einzulegen: „Müssen wir das dann noch begründen? Reicht es nicht zu sagen, wir wollen keinen Windpark in den Schlingen?“

Von allen im Podium gab es ein klares Nein. Und genau für diesen Fall hatte das Team „Freier Horizont“ eine Argumentationshilfe auf einem DIN A4-Blatt vorbereitet. „Das sind keine Musterbriefe, es sind Gedankenstützen“, erklärt Wöhlke und ließ zum Ende der Veranstaltung die Zettel verteilen.

Ob mit genügend Einwänden der Bau von Windrädern „In den Schlingen“ verhindert werden kann, wollte am Donnerstag niemand bestätigen. „Wir gewinnen erst einmal Zeit. Dann müssen wir abwarten. Es ist aber nicht sinnlos, sich mit breitem Protest dagegen zu wehren“, sagte Bürgermeister Richter.

„Wir sind nicht prinzipiell gegen Windenergie, aber wir müssen damit leben können“, betonte Roberto Kort. Der Lübesser Gemeindevertreter berichtete über seine Erfahrungen im Kampf gegen den Windpark „Alt Zachun“ und mögliche Formen einer Rechtsschutzversicherung, die bei Rechtstreitigkeiten zum Thema Winkraft greift. In Zachun hatte man eine Reduzierung der Anlagen erreicht. Noch laufen auch dort Verhandlungen.

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