Stadionbrücke Schwerin : Klare Worte: Es geht auch ohne Brücke

Viel Verkehr, aber keine Staus: Die neue Kreuzung „Osterberg“ an der Ludwigsluster Chaussee funktioniert besser, als manche das im Vorfeld erwartet hätten.  Fotos: reinhard Klawitter
Viel Verkehr, aber keine Staus: Die neue Kreuzung „Osterberg“ an der Ludwigsluster Chaussee funktioniert besser, als manche das im Vorfeld erwartet hätten. Fotos: reinhard Klawitter

Erste Politiker halten Neubau an Krösnitz für unnötig

von
02. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Brücke, Kreisel, Kreuzung: Seitdem feststand, dass die alte Stadionbrücke gesprengt werden musste, diskutierten Politik, Bürger und Experten über die beste Verkehrslösung für die Zeit danach. Mit der Kreuzung wurden jetzt Fakten geschaffen – provisorisch oder für die Ewigkeit? In der Stadt werden Stimmen laut, die auf eine neue Brücke verzichten würden. Vor allem angesichts der Kosten.

Der Hauptausschuss hatte sich im Herbst noch klar für einen Neubau ausgesprochen – weil das Land plötzlich 3,5 Millionen Euro Fördermittel in Aussicht gestellt hatte. „Eine neue Brücke ist die optimale Variante für den Verkehrsfluss“, sagt Dr. Hagen Brauer (CDU), Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses. „Und die Beschlusslage in der Stadtvertretung ist eindeutig und rechtsgültig: Wir wollen sie. Alles andere wäre ein Rückschritt. “ Allerdings, so gibt Brauer zu, hätte er vorab nicht geglaubt, dass der Verkehr an der Kreuzung so reibungslos funktionieren werde.

Sein Stellvertreter im Ausschuss, Dr. Rico Badenschier (SPD), ist anderer Ansicht: „Dass die Brücke vom Land gefördert würde, ist für mich kein hinreichendes Argument: Nur der Fördermittelbescheid macht eine Infrastrukturmaßnahme noch nicht sinnvoll und erst recht nicht notwendig. Hier muss die Stadt wieder beginnen, zuerst die Frage nach der Notwendigkeit einer Investition zu beantworten und dann die Finanzierung zu klären. Auch Landes- und EU-Mittel sind Steuergelder, die wir nicht einfach wahllos ausgeben dürfen, nur weil gerade eine Förderperiode endet.“ Der Verkehr fließe, die Ampellösung reiche also völlig. Zumal auch die Wartungsarbeiten an der Kreuzung wesentlich günstiger seien als an einer neuen Brücke – 4000 Euro jährlich für die Ampel, 33 000 Euro für die Brücke. „Die SPD-Stadtfraktion wird beantragen, die Mittel für den Neubau der Stadionbrücke nicht in den Haushalt einzustellen und die OB beauftragen, sich beim Wirtschaftsministerium für eine alternative Mittelverwendung stark zu machen“, sagt Badenschier.

Ob eine Brücke für den unfallfrei fließenden Verkehr zwingend notwendig ist, darüber möchte die Schweriner Polizei indes noch nichts sagen – es fehlten noch belastbare Daten, also Verkehrszählungen und längere Beobachtungen z. B. über Auffahrunfälle. All das soll in den nächsten Monaten kommen. „Aktuell können wir nur sagen: Es gibt noch keine Stau-Erscheinungen, für eine genaue Einschätzung ist es aber noch zu früh“, so Polizei-Sprecherin Jenny Schwabe.

Für die Schweriner Feuerwehr ist die Lage schon klarer: Aus einsatztaktischer Sicht sei die Stadionbrücke nicht notwendig, heißt es aus Feuerwehr-Kreisen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen