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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 17:43 Uhr

Kracher : Klagen über Kneipenlärm lauter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Während weitere Beschwerden Schweriner Gaststätten erreichen, ist das auch in Rostock und Hamburg ein sensibles Thema

von
erstellt am 12.Apr.2014 | 09:45 Uhr

In Schwerin gibt es weitere Beschwerden über Kneipenlärm. Jetzt beklagen sich Anwohner über zu viel Lautstärke rund um den „Angler 2“ in der Bornhövedstraße. Das berichtet der Ortsbeirat Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder, den das Thema „Kneipenlärm“ mittlerweile auch beschäftigt. „Aber wir bewegen uns dabei weniger im politischen Bereich“, sagt Ortsbeirats-Chefin Claudia El Aaraik. Das politische Gremium setzt sich dennoch zurzeit besonders mit Beschwerden über „Die Münze“ in der Schelfstadt auseinander (SVZ berichtete). Dabei wurde deutlich, dass sich vor allem die Bewohner des Fachwerkhauses beschweren. Das Klavier in der „Münze“ stehe direkt unter dem Baby-Zimmer der darüber wohnenden Familie, aber dafür gebe es entsprechende Zeitabsprachen, berichteten die Ortsbeiratsmitglieder. Die umliegenden Nachbarn würden mit der „Münze“ eher weniger Probleme haben. Das Publikum sei zwar etwas „speziell“, aber die Gaststätte gut besucht, hieß es weiter.

Kneipenlärm ist auch etwas weiter beim „Freischütz“ am Ziegenmarkt ein Thema. Mit ähnlichen Beschwerden setzt sich nach Informationen unserer Zeitung ebenso der „Grüne Flamingo“ in der Lübecker Straße auseinander. Monatelang kämpfte auch das „Headbangers HRC“ in der Mecklenburgstraße mit Klagen (SVZ berichtete). Mittlerweile ist auch die Stadtverwaltung sensibler geworden im Umgang mit Baugenehmigung und Gaststättenerlaubnis aber auch mit Anwohnerbeschwerden.

Die Crux: Einerseits will Schwerin attraktiver für Zuzügler werden und vor allem junge Leute in die Landeshauptstadt ziehen. Andererseits gibt es regelmäßig Beschwerden sobald „etwas los ist“. Das betrifft Kneipen und Gastronomiebetriebe genauso wie Open-air-Veranstaltungen am Pfaffenteich oder auf der Freilichtbühne. Das Thema ist nicht nur in Schwerin schwierig, sondern auch in anderen Städten wie Hamburg und Rostock.

In der Hamburger Barszene gelten Quartiere wie die Reeperbahn und der Hamburger Berg eher als unkompliziert. Sobald es um Neueröffnungen in sensiblen Wohnstraßen geht, sind die Behörden der Hansestadt nach Informationen unserer Zeitung ebenfalls strenger. Auch in Rostock ist die Problematik bekannt. Zwar seien Großveranstaltungen wie die Hanse Sail bei den Anwohnern akzeptiert, „da es Vorgaben zum Bühnenbetrieb und konsequente Beschallungsendzeiten gibt“. Das teilt die Verwaltung der Hansestadt mit. In Sachen Kneipenlärm sitzt aber auch diese zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite gibt es die Nachtschwärmer, deren Ausgehverhalten sich dahingehend verändert habe, dass Clubs, Diskotheken und Kneipen bis weit in den Morgen geöffnet bleiben würden. Auf der anderen Seite stehen die Anwohner mit ihrem Recht auf Nachtruhe. „Vor diesem Hintergrund gibt es für den Nachtzeitraum zwischen 22 und 6 Uhr erhöhte Lärmschutzanforderungen“, so die Rostocker Verwaltung. Ähnlich wie in Schwerin komme es in der Hansestadt zu Beschwerden, „wenn eine Gaststätte über die Baugenehmigung bzw. Gaststättenerlaubnis hinaus regelmäßige Musikveranstaltungen durchführt, da die Räume schalltechnisch zumeist nicht für diese Betriebsart geeignet sind. Neben der Musikbeschallung führt dann häufig auch der verhaltensbedingte Lärm der Gäste zu Lärmbelästigungen an der benachbarten Wohnnutzung.“

 

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