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Zweckverband hat Wirtschaftsplan 2012 beraten : Klärschlammentsorgung wird teurer

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Der Zweckverband Radegast will zum 1. Januar 2012 die Preise für die Entsorgung von Klärschlamm aus Kleinkläranlagen anzupassen. Betroffen sind rund 1400 Kunden, die eine Kleinkläranlage auf ihrem Grundstück betreiben.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 10:40 Uhr

Holdorf | Der Zweckverband Radegast beabsichtigt zum 1. Januar 2012 die Preise für die Entsorgung von Klärschlamm aus Kleinkläranlagen anzupassen. Betroffen sind rund 1400 Kunden, die eine Kleinkläranlage auf ihrem Grundstück betreiben.

Zahlen Kunden des Verbandes bislang monatlich vier Euro Grundgebühr und 28 Cent je Kubikmeter, sieht die am 16. November beschlossene Vorlage eine Erhöhung des Kubikmeterpreises um zehn Cent vor. "Die Änderungen betreffen auch einige Kunden in den Gemeinden Brüsewitz und Cramonshagen", sagt Geschäftsführerin Claudia Westphal im SVZ-Gespräch. "Das sind durchschnittlich zehn Euro im Jahr, pro Monat also weniger als ein Euro."

Es ist die erste Anpassung, die der Zweckverband seit Beginn der Umsetzung des Schmutzwasserentsorgungskonzeptes vornimmt. Grundlage ist eine in 2011 durchgeführte Kostenanalyse. Westphal: "Die Klärschlammentsorgung übernehmen Fremdfirmen. Nach erfolgter Ausschreibung der Leistungen wurde deutlich, dass eine Anpassung erforderlich wird." Dabei dürften die gestiegenen Preise für Energie und Kraftstoffe ausschlaggebend gewesen sein.

Verbandsvorsteher Steffen Timm stuft die Preisveränderung für die Kunden des Verbandes als moderat ein, denn bei zehn Cent je 1000 Liter Klärschlamm belaufen sich die Mehraufwendungen für einen Haushalt auf rund zehn Euro im Jahr. Eine detaillierte Kostenanalyse hält Verbandsvorsteher Timm im Sinne einer vernünftigen Arbeitsweise auch für notwendig: "Wir wollen nicht in die falsche Richtung treiben."

Die Berechnung der Abfuhr von Klärschlamm aus Kleinkläranlagen erfolgt seit 2005 entsprechend des Trinkwasserverbrauches. Die Möglichkeit einer weiteren Anpassung sieht Timm in den kommenden Jahren nicht: "Die neuen Verträge mit den Entsorgungsfirmen laufen bis zum Jahr 2014 und enthalten die Option auf Verlängerung bis 2017."

Unverändert bleiben die Gebühren für die zentrale Schmutzwasserentsorgung und damit der erst in 2010 um 50 Cent gesenkte Beitrag auf aktuell 2,70 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser.

Eine insgesamt gute Entwicklung prognostiziert Timm dem Verband, der 2009 noch in den Schlagzeilen war. "Heute befinden wir uns im ruhigen Fahrwasser. Ein Ergebnis der guten Arbeit in der Verbandsversammlung, der Geschäftsführung und der Mitarbeiter des Zweckverbandes", so der ehrenamtliche Verbandsvorsteher.

Immerhin müsse der Verband keine Kredite zur Finanzierung geplanter Vorhaben aufnehmen. Die Eigenkapitaldecke bei Trinkwasser hat laut Timm die 30-Prozent-Marke erreicht, im Schmutzwasserbereich stieg diese von sechs auf zehn Prozent.

Eine Entwicklung, die zeige, dass der vor drei Jahren vollzogene Schritt - die Abkehr vom Kommunalrecht hin zum AVB Wasser nach Bundesrecht - den Zweckverband gesunden ließ. Mit dem jetzt vollzogenen Jahresabschluss 2010 bescheinigte der Landesrechnungshof dem Zweckverband Radegast "gut aufgestellt zu sein." Folglich hat das Gremium keine Bedenken hinsichtlich des u.a. mit Bürgerwillen durchgesetzten Abrechnungssystems mehr.

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