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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 06:41 Uhr

Schweriner Ozean-Forscher : Klänge unter dem Eis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Drei Jahre lang hat Sebastian Menze Geräusche des Südpolarmeers aufgezeichnet und Stimmen einzelner Tierarten herausgefiltert

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Wale, Wind und Wellen: Das Meer rund um die Antarktis ist noch frei vom Lärm der menschlichen Zivilisation. Nur wenige Schiffe durchqueren den Ozean jährlich. Es ist also der ideale Ort für einen Lauschangriff der besonderen Art. Das fand auch Stefan Menze. Er nahm mit seinen Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung fast drei Jahre lang die Klänge des Südpolarmeeres an zwei Stellen mit Unterwasser-Mikrofonen auf.

Sein Element war schon immer das Wasser. Denn der heute 27-Jährige segelte schon zu Schulzeiten auf den Seen in und um Schwerin. „Ich hatte eigentlich schon immer Interesse an Natur- und Umweltthemen“, erinnert sich Menze, der sein Abitur am Fridericianum machte, bevor er 2009 sein Bachelor-Studium in Maritimer Technologie in Bremerhaven begann. Dort spezialisierte er sich auf das Fachgebiet Ozeanografie, das sich mit der Physik der Ozeane beschäftigt.

In rund 250 Meter Wassertiefe sind merkwürdige Geräusche zu hören: Sebastian Menze, der heute nur noch alle paar Monate nach Schwerin kommt und derzeit in für seine Doktorarbeit im Norwegischen Bergen lebt, hat mit seinen Kollegen unter anderem die Laute von Seeleoparden, Antarktischen Blauwalen, Finnwalen und Südlichen Zwergwalen identifiziert. Aus diesen Geräuschen ergeben sich neue Erkenntnisse zum Verhalten und Vorkommen der Tiere. Und auch das Wachsen und Schrumpfen der antarktischen Eisdecke finde sich auf beeindruckende Weise in der Geräuschkulisse wieder.

Momentan beschäftigt sich der 27-Jährige mit den Meeresströmungen in der Umgebung von Spitzbergen, und deren Einfluss auf das Ökosystem und den Kohlenstoffkreislauf. Ganz verlassen habe er das Südpolarmeer aber nicht, „da ich noch eine lange Liste an Forschungsideen zur Unterwasserakustik auf meinem Schreibtisch liegen habe“, betont der Ozeanograf.

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