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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 19:35 Uhr

Nachgehakt : Kita-Streik wirft bei Eltern Fragen auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ fragt bei Kita gGmbH-Geschäftsführerin Anke Preuß nach, wo die Ursachen und die Wirkungen für den Protest der Erzieherinnen liegen.

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 14:00 Uhr

Nach den Warnstreiks im öffentlichen Dienst, an dem sich am vergangenen Donnerstag auch die Beschäftigten der Schweriner Kita gGmbH beteiligt hatten (SVZ berichtete), erreichten unsere Redaktion viele Fragen zu der Problematik. SVZ wiederum fragte im Leserauftrag bei der kaufmännischen Geschäftsführerin der Kita gGmbH, Anke Preuß, nach.

„Wir hatten keinerlei Einfluss auf den Streik. Auf der einen Seite des Arbeitskampfes stand die Gewerkschaft Ver.di als Vertreter der Arbeitnehmer, auf der anderen der kommunale Arbeitgeberverband. Wir hatten nicht einmal die Möglichkeit, eine Not-Kita anzubieten, weil niemand Streikbrecher sein wollte und das mit kleinster Besetzung auch logistisch nicht machbar gewesen wäre“, erläutert Preuß. Dass sich die Schweriner Erzieherinnen so geschlossen am Streik beteiligt haben, liegt nach Meinung von Anke Preuß nicht an schlechter Bezahlung. „Wir zahlen Tariflohn, auch für Überstunden, genau nach TVED, der Tarifvereinbarung für den Sozial- und Erziehungsdienst. Das schließt tarifliche Sonderzuwendungen ein.“ Für die Streikzeit gäbe es aber Lohnabzug.

Gerüchten von Leistungsdruck, hohem Krankenstand und übervollen Gruppen erteilt die Geschäftsführerin eine Absage. „Erzieherin ist ein harter Beruf, physisch wie psychisch. Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht die gesellschaftliche Wertschätzung dieses Berufes. Ich vermisse da eine öffentliche Anerkennung“, sagt Preuß. Die müsse sich gegebenenfalls auch in der Entlohnung widerspiegeln. Bessere Rahmenbedingungen würden den Erziehern direkt helfen. Doch die müsse die Politik setzen. Preuß räumt ein, dass der Betreuungsschlüssel in den vergangenen Jahren verbessert wurde, doch das reiche noch nicht. Er liegt in der gGmbH im Kindergartenbereich bei 1:16, in der Krippe bei 1:6 und im Hort bei 1:22. Dazu merkt sie an: „Eine Verbesserung ist nicht automatisch eine geringere Gruppenstärke, sondern kann auch eine Betreuung durch mehr Kollegen sein.“

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