Kinderbetreuung Schwerin : Kita-Planer reine Fassade

Der Kita-Planer unter www.schwerin.de  bietet einen trägerübergreifenden Überblick über die Schweriner Kindertageseinrichtungen und Horte. Ein freier Platz lässt sich aber nicht buchen.

Der Kita-Planer unter www.schwerin.de  bietet einen trägerübergreifenden Überblick über die Schweriner Kindertageseinrichtungen und Horte. Ein freier Platz lässt sich aber nicht buchen.

Seit einem Jahr gibt es das Angebot der Stadt Schwerin, online einen Betreuungsplatz zu finden – aber es funktioniert nicht

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13. Januar 2016, 08:00 Uhr

Im Jahr 2010 beschäftigte sich die Stadtvertretung erstmals mit der Kita-Anmeldung per Mausklick. 2012 folgte der Beschluss der Politiker, im vergangenen Jahr ging die Internetseite nach einer Testphase offiziell in Betrieb. Die Idee des Angebots für mehr Bürgerfreundlichkeit: Bequem vom heimischen Computer aus können sich Eltern informieren, in welcher Kindereinrichtung es noch freie Betreuungskapazität gibt und dann ihr Kind auch anmelden. Nur: Wer diesen Weg geht, steckt in einer Sackgasse.

„Ich bekam weder eine Ab- noch eine Zusage. Es gab überhaupt keine Reaktion“, berichtet eine junge Mutter gegenüber SVZ. „Als ich dann in der Kita nachgefragt habe, hieß es, ich soll persönlich vorbeikommen. Das Internet-Angebot funktioniere nicht.“

Dabei liegt kein technisches Problem der Datenbankanwendung vor. Vielmehr wird offenbar der Service von den Trägern der Kitas ausgehebelt. „Nicht praktikabel“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Das hatte sich schon im Vorfeld angedeutet: In Schwerin gibt es, Horte mal ausgenommen, knapp 40 Kitas, die rund ein Dutzend verschiedene Träger unter sich aufteilen – von Kita gGmbH bis Volkssolidarität. Da funktioniert ein solches System nur, wenn alle aktiv mitmachen. Bereits 2013 hatte der damals zuständige Abteilungsleiter und heutige Jugend- und Sozialdezernent Andreas Ruhl gegenüber SVZ erklärt: „Durch die differenzierte Trägerstruktur lässt sich das nur bedingt garantieren.“

Ob Leipzig, Hamburg oder Magdeburg – in anderen Städten funktioniert der Kita-Planer. In Schwerin dagegen müssen Eltern nach wie vor persönlich in der Einrichtung nachfragen – und erfahren dann erst dort, dass es beispielsweise derzeit keinen freien Krippenplatz gibt. Und auch freie Hortplätze sind bekanntlich in der Landeshauptstadt immer noch Mangelware.

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