Schweriner Kindertagesstätten : Kita-Essen schmeckt auch Eltern

Das schmeckt: Im „Haus Sonnenschein“ gibt es gesunde Vollkost für die Kinder.
Das schmeckt: Im „Haus Sonnenschein“ gibt es gesunde Vollkost für die Kinder.

Vertreter der städtischen Kinder-Einrichtungen reden bei der Wahl des Lieferanten und bei der Gestaltung der Speisepläne mit

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07. November 2017, 05:00 Uhr

„Die Qualität des Essens spielt bei den Eltern eine sehr große Rolle“, sagt die Geschäftsführerin der kommunalen Kita gGmbH, Anke Preuß. Und das sei nicht erst so, seit der Gesetzgeber mit dem neuen Kindertagesförderungsgesetz (KiFöG) die Essensversorgung zum Bestandteil der Betreuung in den Einrichtungen gemacht hat. „Wir hatten schon sehr früh Mitwirkungsmöglichkeiten der Elternvertretungen. Und das war gut so.“

Denn auch heute noch entscheiden die Eltern gemeinsam mit den jeweiligen Kita-Leiterinnen, was auf den Tisch kommt. „Darüber könnte ich als Geschäftsführerin gar nicht befinden“, sagt Preuß. Und das führt dazu, dass die Kita-Chefin bilanzieren kann: „Die Elternvertreter sind zufrieden.“

Aktuell gibt es drei Anbieter in den städtischen Einrichtungen. Die 24-Stunden-Kita Nidulus auf dem Lewenberg wird von Helios versorgt. Waldgeister, Märchenkita und Reggio Emilia bekommen Frühstück, Mittag und Vesper von der Firma Dussmann. Alle anderen städtischen Kitas werden von Schwerin Menü versorgt.

„Eine gute Zusammenarbeit mit den Essensanbietern, Qualitätskontrolle durch die Kitas – Fachkräfte wie Kinder – und das Beschwerdemanagement helfen, dass sich das Essensangebot an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert“, fasst Oberbürgermeister Rico Badenschier zusammen. „Die Zufriedenheit der Kinder und ihrer Eltern mit der Verpflegung kann durch regelmäßige Auswertungen und Gespräche mit den Fachkräften, Kindern und Essensanbietern gewährleistet werden. Themen wie Kinderspeiseplan und Beschwerdekultur sind grundsätzlich Gegenstand der Entgeltverhandlungen zwischen den Kita-Trägern und der Stadt.“

In Sachen Mitbestimmung geht die städtische Kita gGmbH sogar einen Schritt weiter. In den ersten Einrichtungen gibt es jetzt ein regelmäßiges Wunschessen. Wohlgemerkt: nach den Wünschen der Kinder. „Und wenn es denn eben Pizza sein soll, dann gibt es auch tatsächlich Pizza“, sagt Preuß.

Aus ihrer Sicht hat sich die Vollverpflegung als Teil aller pädagogischen Konzepte bewährt. Die Eltern würden die Angebote bereitwillig annehmen, auch der Abrechnungsmodus habe sich eingespielt. Das neue KiföG nimmt die Kita-Träger in die Verantwortung. Die dürfen dafür Subunternehmen beauftragen. In der Praxis bedeutet das: Die Essensanbieter übernehmen die Abrechnung wie früher, auch wenn rechtlich natürlich der Kita-Träger Partner der Eltern ist.

Dabei muss sich die städtische Kita gGmbH bei der Preisgestaltung für die Verpflegung nicht verstecken. Ihre Preise für die Vollverpflegung liegen zwischen 3,55 und 4,06 Euro pro Tag. Preisgünstiger ist da nur die Arbeiterwohlfahrt, die selbst das Essen zur Verfügung stellt. Alle anderen Kita-Träger in der Stadt bewegen sich auf dem gleichen Niveau oder sind teurer. Bei der Diakonie sind beispielsweise 4,95 Euro pro Tag fällig, im Waldorf-Kindergarten sogar 5,50 Euro.

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