Schwerins engagierte Eltern : Kita-Eltern haben wieder Sprachrohr

Alltag in der Kita gGmbH: Im „Haus Sonnenschein“ gibt es gesunde Vollkost für die Kinder. Fotos: Klawitter
Alltag in der Kita gGmbH: Im „Haus Sonnenschein“ gibt es gesunde Vollkost für die Kinder. Fotos: Klawitter

Neuer Stadtelternrat will aktuelle Probleme bei der Kinderbetreuung anpacken

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03. Mai 2017, 08:00 Uhr

Die Resonanz war groß, der Enthusiasmus auch. 30 Elternvertreter aus Kindertagesstätten und Horten in Schwerin waren im Stadthaus zusammengekommen, um einen Stadtelternrat für die Kindertagesstätten zu gründen.

Ein solches Gremium gab es in Schwerin bereits. Doch immer mehr Eltern zogen sich aus diesem Elternrat zurück, beklagte die damalige Vorsitzende Anja Weber. „Und so ist die Arbeit eingeschlafen. Der Stadtelternrat kann nur so viel tun, wie die Eltern mitmachen. Bei mir sind sie am Ende alle weg gewesen.“

Das soll jetzt anders werden. Die Initiative hat Mareike Donath übernommen. „Ich wurde von der Stadt und vom Sozialministerium angesprochen. Es ging um die Verwendung des Betreuungsgeldes.“ Und so recherchierte die junge Mutter mit Unterstützung der Stadtverwaltung, wer in welcher Kindertagesstätte Elternvertreter ist. Die wurden angeschrieben – und viele kamen. Nur aus den Einrichtungen des DRK war kein Vertreter dabei und auch kein Elternteil, dass sein Kind bei einer Tagesmutti betreuen lässt.

Beeindruckend ist, wie viele Eltern im Vorstand des Gremiums mitmachen wollten. Es waren zwölf. Auf die Frage, ob das nicht zu viele seien, war die einhellige Antwort: „Nein, das ist doch gut.“ Vertreten sind im Vorstand alle Träger, außer dem DRK. Zur Vorsitzenden wurde einstimmig Mareike Donath gewählt.

Als erstes will der Vorstand sich um Organisatorisches kümmern. Eine Postanschrift – wahrscheinlich im Stadthaus – und eine E-Mail-Adresse müssen her, damit der Stadtelternrat erreichbar ist. Außerdem soll er auf den Internetseiten der Stadt präsent sein. Allerdings: Die Seite wird nicht laufend aktualisiert. Das sei nicht zu leisten, hieß es aus dem Vorstand. Der Stadtelternrat will sich regulär zweimal im Jahr treffen.

Doch auch inhaltlich wurden die Schwerpunkte der kommenden Arbeit bereits umrissen. Da sind die Kosten für die Essensversorgung in den Einrichtungen. „Obwohl derselbe Caterer liefert, sind die Preise von Kita zu Kita unterschiedlich. Dem soll auf den Grund gegangen werden. Auch den Betreuungsschlüssel wollen die Eltern verändern. „Wenn eine Erzieherin mal ausfällt, sind viel zu viele Kinder von einer Fachkraft zu betreuen“, sagte Mareike Donath. „Das ist ein ganz großes Thema.“ Und der Betreuungszeiten will sich das Gremium auch annehmen. „Ein Sechs-Stunden-Platz im Hort ist in der Schulzeit zu viel und in den Ferien zu wenig“, so Donath. „Das wird aber nicht verrechnet und die Eltern müssen Stunden dazu kaufen. Das muss sich ändern.“

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