Gebühren steigen in Schwerin : Kita: Das zahlen Eltern mehr

Mit Streiks erkämpften sich Kita-Erzieherinnen mehr Geld. Dadurch steigen jetzt die Platzkosten bei der Kita gGmbH – ein Ganztagsplatz im Kindergarten beispielsweise um 48 Euro.
Mit Streiks erkämpften sich Kita-Erzieherinnen mehr Geld. Dadurch steigen jetzt die Platzkosten bei der Kita gGmbH – ein Ganztagsplatz im Kindergarten beispielsweise um 48 Euro.

Wenn die Politik am Dienstag dem Verhandlungsergebnis von Stadt und Kita gGmbH zustimmt, gibts nächste Woche neue Rechnungen

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08. Januar 2016, 12:00 Uhr

Eltern, die ihre Kinder in Krippe, Kindergarten oder Hort der Kita gGmbH betreuen lassen, müssen tiefer in die Tasche greifen. Die Betreuungskosten pro Platz steigen um etwa 13 Prozent. Grund dafür sind die erhöhten Personalkosten nach dem Erzieher-Streik Mitte 2015.

Als die Tariferhöhung feststand, kamen die Verhandlungen zwischen der Kita gGmbH und der Stadt über die Erhöhung der Platzkosten in Kindertageseinrichtungen. Diese sind nun beendet. Im Ergebnis erhöht sich auf der einen Seite der städtische Zuschuss im Jahr um mehr als eine Million Euro. Eingerechnet sind die Mehrkosten für die Übernahme der Beiträge von Eltern, die aufgrund ihres Einkommens keine Beiträge zahlen können. Gleichzeitig steigen auf der anderen Seite die Elternbeiträge.

In der Krippe müssen Eltern für einen Ganztagsplatz durchschnittlich 48 Euro und für einen Teilzeitplatz durchschnittlich 29 Euro mehr zahlen – außer bei „Nidulus“. Das variiert von Einrichtung zu Einrichtung. Im Kindergarten müssen Eltern für einen Ganztagsplatz durchschnittlich 29 Euro und für einen Teilzeitplatz durchschnittlich 19 Euro mehr berappen als bislang. Im Hort kostet fortan ein Ganztagsplatz durchschnittlich 13,50 Euro und ein Teilzeitplatz durchschnittlich 9 Euro mehr.

Am kommenden Dienstag berät dazu der Jugendhilfeausschuss. In den vergangenen Jahren haben die ehrenamtlichen Politiker stets dem Verhandlungsergebnis von Stadt und Träger zugestimmt. Daher ist es zu erwarten, dass auch nächste Woche die Preissteigerung für Stadt und Eltern bestätigt wird. Die Kita gGmbH ist darauf vorbereitet, schnell zu reagieren. „Wir werden dann gleich am Mittwoch über die Leiter unserer Einrichtungen Elternbriefe mit den neuen Rechnungen verteilen“, sagte Geschäftsführerin Anke Preuß auf SVZ-Anfrage.

Schon kurz vor Weihnachten hatte die Kita gGmbH ihren Eltern geschrieben, dass sie sich ab Januar auf höhere Platzkosten einstellen müssen. „Wie Sie wissen, werden unsere pädagogischen Fachkräfte nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst für Sozial- und Erziehungsdienstleistungen vergütet“, heißt es dort. Die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber hätten sehr intensiv die Tarifvorschläge verhandelt, das Ergebnis wurde am 29. Oktober durch eine Urabstimmung bestätigt. „Daraus folgt: rückwirkend ab 1. Juli 2015 erhalten alle pädagogischen Fachkräfte mehr Geld“. Und dafür sorgen nun auch die Eltern.

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