Crivitz : Kita braucht mehr Platz

Die Kita in der Neustadt ist in die Jahre gekommen. Jetzt steht die Stadt vor der Frage, ob sie anbaut oder neu baut.
Die Kita in der Neustadt ist in die Jahre gekommen. Jetzt steht die Stadt vor der Frage, ob sie anbaut oder neu baut.

Tagesstätte muss für Krippenkinder erweitert und saniert werden. Die Stadt will Grundsatzentscheidung über Anbau oder Neubau treffen.

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23. November 2014, 23:04 Uhr

Ihre besten Zeiten hat die Crivitzer Kindertagesstätte „Uns Lütten“ hinter sich. Der Flachbau in der Neustadt ist in die Jahre gekommen, auch wenn der neu gestaltete Spielplatz bei den Kindern gut ankommt. Fakt ist: Die Kita, 1982 für 144 Kinder gebaut, ist zu klein geworden und entspricht längst nicht mehr heutigen Anforderungen. Gerade was den Brandschutz betrifft. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim habe schon Auflagen erteilt, erzählt Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm.

Die Stadt hat in den zurückliegenden Jahren immer wieder mal Geld in die Hand genommen, ihr Haus saniert und für mehr Plätze gesorgt. So werden derzeit 204 Krippen- und Kindergartenkinder betreut. Doch der Platzbedarf steigt weiter. Zwölf neue Krippenplätze werden dringend gebraucht. Vorhandene Räume können nicht mehr wie in den Vorjahren geschehen, umfunktioniert werden. Es gibt keine mehr, die umgenutzt werden könnten. Daher steht die Stadt vor der Frage: Wie weiter?

Möglich ist ein Krippen-Anbau im Mittelteil des Flachbaus auf der Spielplatz-Seite. Entstehen sollen zwei Gruppenräume, ein Waschraum und eine Garderobe. Auf der gegenüberliegenden Seite kann dann die Küche neu errichtet werden.

Anbau und Sanierung sollen nach ersten Schätzungen des beauftragten Architekten 1,5 Millionen Euro kosten, informiert die Bürgermeisterin. Mit Fördermitteln werde die Stadt rechnen können, betont sie. In welcher Höhe, das steht noch nicht fest. Bei dieser Kosten-Variante allerdings ist der Keller von der Sanierung gänzlich ausgenommen, ebenso die energetische Sanierung.

Ein weiteres Problem: Wo sollen die Kinder betreut werden, wenn gebaut wird? Denn die Mädchen und Jungen müssten anderweitig untergebracht werden. Wie das konkret aussehen könnte, steht noch nicht fest. Eine Möglichkeit seien Container, die die Stadt dann extra anschaffen müsste. Doch die, so weiß die Bürgermeisterin, haben auch ihren Preis.

Eine andere Überlegung ist die Nutzung von vorhandenen, freigezogenen Klassenräumen der Regionalen Schule. Das hätte allerdings zur Folge, dass die Räume zuerst hergerichtet werden müssten. Doch dort könnten nicht alle 200 Kinder untergebracht werden.

Unterm Strich würden für den Krippenanbau samt Containeranschaffung und Maßnahmen des Brandschutzes rund 1,6 Millionen Euro zusammenkommen, meint Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm. „Eine stolze Summe“. Und eins dürfe man nicht vergessen: Die Kita bleibt ein altes Haus, Veränderungen sind den baulichen Zwängen untergeordnet.Und Folgekosten seien immer zu befürchten.

Der Hortneubau, so erinnert die Bürgermeisterin , habe seinerzeit 1,3 Millionen Euro gekostet. Er ist funktional und modern. Warum also auch nicht für die Kita einen Neubau in Betracht ziehen? Diese Idee werden schon seit einiger Zeit in der Stadtvertretung diskutiert. Es gibt sogar ein kommunales Grundstück in der Lindenallee, hinter dem Sportplatz der Regionalen Schule. Es ist erschlossen. Ein Neubau würde voraussichtlich um die 1,9 Millionen Euro kosten. So weit weg sei die Summe von der anderen Variante mit dem Anbau also nicht, meint die Bürgermeisterin.

Jüngst ist eine dritte Variante ins Spiel gebracht worden: Ein Anbau im Winkel zur Kita am Ende der Straße. Die Fläche gehört ebenfalls der Stadt. Allerdings wäre dann die Straße als Feuerwehrdurchfahrt nicht mehr geeignet. Und ob das überhaupt möglich ist, müsse noch geprüft werden.

Doch die Zeit drängt. Die Stadt muss sich entscheiden, welche dieser drei Varianten sie favorisiert. Der Bauausschuss hat sich eingehend mit dem Thema befasst und sich in der Vorwoche positioniert: Vier Ausschussmitglieder stimmten für einen Neubau, einer dagegen und zwei enthielten sich. Eindeutig sei das Ergebnis nicht, es zeige aber eine Tendenz, meint Brusch-Gamm. Heute Abend wollen sich die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung um 19 Uhr im Bürgerhaus zum Bauvorhaben der Kita verständigen und einen Grundsatzbeschluss fassen.

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