zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 23:25 Uhr

Warsower Gotteshaus : Kirchturm wird zum Treffpunkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Warsower stecken 600 000 Euro in den Ausbau eines barrierefreien Gemeinderaumes mit Teeküche und Toiletten

von
erstellt am 21.Jan.2017 | 16:00 Uhr

Auf diese Baustelle haben die Einwohner aus Warsow und Umgebung seit Jahren gewartet: Der Haupteingang der Dorfkirche erhält nicht nur ein neues Gesicht, sondern auch eine neue Bestimmung. Unter dem Motto „Ein Turm für ALLE“ wird der Turmraum im Erdgeschoss sowie der Bereich unter der Orgelempore zum Gemeindezentrum umgebaut. „Und das steht dann nicht nur für die Arbeit in der Kirchengemeinde Gammelin-Warsow zur Verfügung, sondern den Vereinen und Menschen der Region“, betont Pastorin Wiebke Langer. Denn so ein Treffpunkt fehlt in Warsow – erst recht nachdem die Kirchengemeinde vor sechs Jahren das Pfarrhaus verkauft hatte.

Schon damals gab es die Idee, die Turmraum umzugestalten. Dass es Jahre gedauert hat, dieses Vorhaben in Angriff zu nehmen, lag vor allem am Geld. „Dabei steckt die Kirchgemeinde den gesamten Erlös aus dem Verkauf des Pfarrhauses in dieses Projekt“, fügt Wiebke Langer an. Doch der deckt nur einen Bruchteil der Kosten bei dem 600  000-Euro-Umbau. Größter Geldgeber ist die Leader-Region Südwestmecklenburg: 280  000 Euro Fördermittel aus den EU-Töpfen fließen nach Warsow. Auch die Kirche selbst gibt beinahe so viel Geld hinzu – vor allem aus Patronatsmitteln. Die Baukasse voll gemacht haben aber letztlich die Warsower – mit Spenden und Kollekten.

Ende vorigen Jahres gingen die Bauarbeiten los – mit archäologischen Untersuchungen. Der Bau der gotischen Feldsteinkirche begann Ende des 13. Jahrhundert. Fundamente und alte Balken wurden freigelegt. „Es wurden auch einige Münzen deutlich jüngeren Prägedatums gefunden“, berichtet Detlef Ellenberg vom Kirchengemeinderat. Genaueres ist noch nicht bekannt. Denn die Funde müssen jetzt ausgewertet und genau bestimmt werden. Die Warsower sind gespannt auf die Ergebnisse.

Doch nun können die Bauleute loslegen. Mitarbeiter der Firma Damerow aus Klein Sien schachten den Baubereich aus. Da neben dem Gemeinderaum auch Teeküche und Toiletten entstehen, muss Platz für Leitungen geschaffen werden. „Alles wird barrierefrei“, fügt Pastorin Langer hinzu. „Es wird wirklich ein Turm für ALLE.“

Besondere Hingucker bei dem Projekt werden die beiden Fenster im Turmraum werden. „Dafür haben wir ein Glaskunst-Wettbewerb ausgelobt“, berichtet Wiebke Langer. Denn als die historischen Bleiglasfenster ersetzt werden mussten, wurde zu DDR-Zeiten geriffeltes, gelbes Industrieglas eingesetzt. Nun sollen es wieder Bleiglasfenster werden. Vier Künstler wurden eingeladen, ihre Vorstellungen einzureichen. Anfang Februar wird eine Jury entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Mit zu dem Projekt gehört zudem die Erneuerung des Kirchendaches über der Orgel. „Das Dach des Kirchenschiffes ist dann auch das nächste Projekt, das wir in Warsow in Angriff nehmen werden müssen“, blickt die Pastorin gleich in die Zukunft.

Doch wegen der derzeitigen Bauarbeiten kann die Kirchengemeinde jetzt ihre Kirche nicht nutzen. „Wir feiern unsere Gottesdienste im Gemeindehaus in Kothendorf “, erzählt die Pastorin und bedankt sich bei der politischen Gemeinde für die Unterstützung, die zudem das Miteinander deutlich macht. Christenlehre und Konfirmandenunterricht finden derzeit in Gammelin und Parum statt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen