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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 19:46 Uhr

Filmstadt Schwerin : Kino ohne Popcorn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Filmfreunde organisieren Programm mit anspruchsvollen Streifen, Gesprächsrunden und Sommerfilmtage open air

von
erstellt am 31.Jan.2017 | 17:00 Uhr

Programmkino hat in Schwerin Tradition. Zwar gab es im Jahre 1997 das Aus für das Kammerkino, das sich damals im Landesfilmzentrum am Speicher in der Röntgenstraße befand, wie wir gerade in unserer Rubrik „Vor 20 Jahren“ vermeldet hatten. Doch das hatte keineswegs das Ende von Filmkunstkino in der Landeshauptstadt bedeutet. Denn Schweriner Filmfreunde wollten immer auch außerhalb des Filmkunstfestes anspruchsvolle Streifen in Kinoatmosphäre genießen.

Nach einigen vergeblichen Versuchen, das Kammerkino wieder zu beleben, klinkte sich die Volkshochschule ein: Es entstand die Idee, die Aula der alten Schelfschule für Kinovorführungen zu nutzen. 2014 gründete sich dann der Verein Kino unterm Dach, der mit der Volkshochschule eine Kooperation einging. Seither gibt es jede Woche Kino unterm Dach in der Aula der Schelfschule in der Puschkinstraße 13.

„Es war eine sinnvolle Entscheidung. Wir arbeiten zuverlässig und kooperativ zusammen. So können wir unter dem Dach der Volkshochschule zusätzliche Bildungs- und Kulturangebote unterbreiten“, sagt VHS-Chefin Marita Schwabe zufrieden.

„Es läuft gut, wir haben bei unseren Veranstaltungen fast immer mehr als 30 Gäste, manchmal sind es sogar an die 100“, berichtet Matthias Bethke, der Vorsitzende des Vereins. Besonders geschätzt werde von den Besuchern das gesamte Ambiente: anspruchsvolle Streifen, Klubkino-Atmosphäre ohne Popcorn-Geknabbere und die Möglichkeit, sich hinterher noch bei einem Glas Wein über die Filme austauschen zu können.

Punkten kann das Kino unterm Dach aber vor allem mit seiner Programmauswahl. „Wir sammeln die Anregungen unserer Vereinsmitglieder in einem Vorschlags-Pool und wählen dann gemeinsam aus“, erzählt Bethke. Berücksichtigt werden aber auch Tipps von Kinobesuchern. Einmal im Monat trifft sich der kleine Verein im Antiquariat von Robert Loest in der Körnerstraße, berät, tauscht sich aus, schmiedet Pläne.

So entstand gemeinsam mit Antje Schunke, der Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, auch die Idee für das Sommerkino. Eine Woche lang wurden vergangenes Jahr im Garten des städtischen Kulturforums Filme vorgeführt. Mehr als 2000 Besucher kamen. „Das Projekt führen wir in diesem Jahr natürlich fort“, verspricht Bethke. Ebenso solch beliebte Veranstaltungen wie Weihnachtskino oder Silvesterfilmvorführungen. Auch für andere Kooperationen ist der Filmverein offen: Es gibt Gemeinschaftsaktionen mit dem Festival Verfemte Musik, mit dem Filmkunstfest, den Schweriner Literaturtagen, diversen Stiftungen.

Der Spielplan für diesen Monat spiegelt den Facettenreichtum des Programms im Kino unterm Dach exemplarisch wider: Los gehts am Donnerstag mit „Julieta – Von der Frau und ihrem Fischer“. Nächste Woche folgt „Die Kommune – schöner Scheitern“, am 16. Februar läuft „Transit Havanna“ und am 23. Februar „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“. Vorstellungsbeginn ist immer 19.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt fünf Euro.

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