Demener Eltern : Kindertagesstätte soll ins Dorf ziehen

Sind für einen baldigen Umzug der Kita ins Dorf:  Maria Köhnke, Franziska Blum, Caterina Lepsien und Beatrix Mohr (v.l.), haben Kinder in der Tagesstätte. Fotos: Heidrun Pätzold (2)
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Sind für einen baldigen Umzug der Kita ins Dorf: Maria Köhnke, Franziska Blum, Caterina Lepsien und Beatrix Mohr (v.l.), haben Kinder in der Tagesstätte. Fotos: Heidrun Pätzold (2)

Gebäude am Ziolkowskiring ist stark sanierungsbedürftig: Mütter plädieren dafür, die Kinderbetreuung ins Gemeindezentrum zu verlagern

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31. März 2016, 16:00 Uhr

Die Kindertagesstätte „Am Wäldchen“ in Demen-Siedlung hat 31 Jahre auf dem Buckel. Dringende Reparaturen oder auch Modernisierungen wie an den sanitären Anlagen seien zwar erfolgt, aber keine grundlegende Sanierung. Diese wäre aber dringend nötig, sagt die Mutter und Erzieherin Caterina Lepsien. Das sieht auch die Gemeinde so, die Träger der Einrichtung ist. Aber sie hat andere Pläne, die bei den Eltern auf große Zustimmung stoßen. Denn sowohl die Kommune als auch die jungen Familien möchten die Kita von der Siedlung ins Dorf holen.

„Für uns würde das viele Vorteile bringen“, betont Caterina Lepsien. „Dann könnten die Kinder viel besser am gemeinschaftlichen Dorfleben teilnehmen, zum Beispiel mit den Senioren etwas unternehmen. Oder von der musikalischen Früherziehung, die im Pfarrhaus angeboten wird, profitieren. Und das alles auf kurzem Weg. Der Ziolkowskiring ist ziemlich abgelegen.“ Das Dorf liegt etwa 1,5 Kilometer entfernt. Spaziergänge dorthin seien schwierig. Und die, die die Kinder mit ihren Betreuerinnen am jetzigen Standort unternehmen, seien bedingt durch die Lage eingeschränkt. Auf dem einstigen Armeegelände haben sich Firmen angesiedelt. Und in der Nachbarschaft leben in einem Wohnblock mehr als 100 Flüchtlinge. Zu Zwischenfällen mit den Neu-Demenern ist es bislang nicht gekommen, das betonen die Eltern. Die Erzieherinnen fühlen sich trotzdem nicht wohl, weil die Polizei häufiger im Wohngebiet vorfahre. Eltern wie Franziska Blum, Beatrix Mohr, Marie Köhnke, Bettina Reuter und Caterina Lepsien bekräftigen, dass es für die jungen Familien bedeutend besser sei, wenn ihre Kinder eine Kita im Dorf besuchen könnten.

Pläne, die Kindertagesstätte dorthin zu verlegen, gibt es schon länger. Das habe nichts mit dem Thema Flüchtlinge zu tun, betont Günter Möller, stellvertretender Bürgermeister. Die Wählergemeinschaft Demen und die Linke, die in der Gemeindevertretung zusammenarbeiten, hatten sich schon vor den Kommunalwahlen 2014 für einen Neubau und den Kita-Umzug ausgesprochen. Dieser sollte in Nachbarschaft der alten Schule entstehen – hier ist das künftige Gemeindezentrum geplant. Der Backsteinbau ist schon jetzt Treffpunkt der Senioren. Auch die Dorfbibliothek und das Gemeindebüro befinden sich in diesem Gebäude, das im Zuge einer Modernisierung auf Vordermann gebracht werden soll. Zum Dorfkern gehört ferner ein Dorfladen, der gerade in einem Nebengebäude entsteht.

Die Gemeinde hatte für diesen Gesamtkomplex bereits eine Entwurfsplanung vorliegen und hoffte auf Fördermittel. Ersten Kostenschätzungen zufolge sollte das Bauvolumen für die neue Kita rund 623  000 Euro betragen. Doch der Landkreis Ludwigslust-Parchim habe dem gesamten Vorhaben nicht zugestimmt, sagt Günter Möller. Der Grund: Der Kreis sieht die Finanzierung der Kita nicht gesichert.

Jetzt werde eine Lösung mit Raum-Zellen angestrebt. Diese Variante mit modernen Raumcontainern sei nicht unbedingt preiswerter. Daher sei Demen auch in diesem Fall auf Fördermittel angewiesen, so Möller. „Wir wollen junge Familien im Dorf halten und den Kindern gute Betreuungsmöglichkeiten bieten.“ Das Kita-Projekt werde jetzt mit dem Landkreis konkretisiert. Einbezogen in diese Gespräche wird der ASB-Kreisverband Schwerin-Parchim. Denn die Gemeinde wird die Kita, in der derzeit 27 Kinder betreut werden, zum 1. Mai an den freien Träger abgeben. Der ASB wolle sich ebenfalls für eine neue Kita einsetzen.

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