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An Schweriner Schulen : Kinderrechte spielerisch erklären

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unicef-Arbeitsgruppe des Fridericianums geht zum Schuljahresende traditionell in vierte Klassen der Schweriner Grundschulen

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Auch Kinder haben Rechte. Nur: Kennen sie sie? Und wie sieht es mit den Rechten der Kinder in anderen Ländern aus? Freiwillige Aufklärungsarbeit leistet seit Jahren das Unicef-Junior-Team des Fridericianums. Kurz vor Ferienbeginn gehen die Gymnasiasten in Grundschulen und gestalten spielerisch zwei Unterrichtsstunden zum Thema Kinderrechte und werben für die Teilnahme am Unicef-Lauf um den Pfaffenteich, wo in diesem Jahr am 16. September Geld für Kinder in Guatemala erlaufen werden soll.

In der Neumühler Schule, der Niels-Stensen-Schule, der Friedensschule, der Fritz-Reuter-Schule und anderen mehr wollen die jungen Unicef-Botschafter aus dem Fridericianum mit Viertklässlern Aufklärungsarbeit leisten. In vielen der Klassen lernen inzwischen auch Kinder, für die Rechte alles andere als selbstverständlich sind. „Ich habe einen syrischen Freund, der vor Gewalt in der Familie und vor dem Krieg hierher geflohen ist. Er lebt jetzt hier in Schwerin und ich spiele mit ihm Fußball. Ich sehe, dass es ihm gut geht und unsere Hilfe wirklich etwas bewegen kann. Deshalb engagiere ich mich“, sagt Jon David Wollenteit, der wie die meisten seiner Mitschüler aus dem Junior-Team auch am 14. Juli vor einer vierten Klasse stehen wird. Für viele Grundschüler sei es eine prägende Erfahrung, von den Schicksalen ihrer neuen Mitschüler zu erfahren. „Wir wissen, wie gut es uns geht, und wie schlecht wir manchmal damit umgehen“, sagt Jon David. „Deshalb wollen wir die Kinder sensibilisieren.“

Das sieht auch Kim Müggenburg so. „Wir gehen in die Klassen, um etwas zu bewegen.“ Sie selbst sei schon in der Grundschule – in der Neumühler Schule – mit den Themen Kinderrechte und Unicef in Kontakt gekommen und habe sich früh engagiert. Am 14. Juli wird sie in ihrer alten Grundschule die Viertklässler aufklären – bereits das zweite Jahr hintereinander. Kreative Gestaltung – wie das Malen einer Kinderrechtssonne –, Rätsel und Spiele stehen dabei im Vordergrund. Die Grundschüler können beispielsweise auf die Tafel schreiben, in welchen Ländern nach ihrer Meinung gegen die Rechte von Kindern verstoßen wird. Auch werden die Viertklässler aufschreiben, welche Kinderrechte sie kennen und welche fünf ihnen davon die wichtigsten sind. Erst danach greifen die Gymnasiasten helfend ein. „Wir erleben fast immer ein großes Interesse der Kinder und eine gute Mitarbeiter“, sagt Kim. Gerade in Schulen in so genannten sozialen Brennpunkten erlebten die Unicef-Aktivisten vom Fridericianum, dass den Kindern ihre Rechte weniger bewusst sind als an Privatschulen. Jon David und Kim möchten das allerdings nicht verallgemeinern. „Es kommt immer auf das Engagement im Elternhaus und der Leher an“, sagen beide. „Deshalb ist uns der Grundschultag so wichtig. So können wir etwas bewegen.“

Das Unicef-Junior-Team Schwerin gibt es bereits seit elf Jahren. Die Schüler am Fridericianum planen vielfältige Aktionen rund um das Thema Kinderrechte – wie den jährlich stattfindenden Unicef-Lauf um den Pfaffenteich. Im Jahr 2014 durften sie ihr Engagement dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue vorstellen. Die Schweriner Unicef-Arbeitsgruppe gibt es seit 1991, Unicef-Deutschland seit 1953. Mehr als 8000 Ehrenamtliche engagieren sich bundesweit in rund 150 Gruppen.

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