Gefährliche Radwege in Schwerin : „Kinder sind täglich in Gefahr“

Die Unfallstelle: An der Einmündung zu den Seeterrassen stieß ein 15-jähriger Radfahrer mit einem Auto zusammen.
Die Unfallstelle: An der Einmündung zu den Seeterrassen stieß ein 15-jähriger Radfahrer mit einem Auto zusammen.

Nach dem Radunfall ihres Sohnes auf der Neumühler Straße fordert die Mutter von der Stadt zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

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15. August 2016, 21:00 Uhr

Er war mit dem Rad auf dem Weg zu seinen Großeltern, fuhr auf der Neumühler Straße in Richtung Stadt, an der Einmündung zu den Lankower Seeterrassen passierte es: „Mein Sohn stieß mit einem Auto zusammen, das aus der Stadt kommend in Richtung Seeterrassen abbiegen wollte“, berichtet Heike Lange. Der 15-Jährige habe sich bei dem Unfall eine Gehirnerschütterung, Prellungen und Schürfwunden zugezogen und drei Zähne eingebüßt. „Gott sei Dank trug mein Sohn einen Helm“, sagt seine Mutter.

Ihr Sohn habe noch einmal Glück im Unglück gehabt, betont Heike Lange: „Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können.“ Dennoch lässt der Unfall die Mutter nicht los. Sie hat einen Brief an Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow geschrieben, in dem sie sich über die „unhaltbare Fahrradwegsituation zwischen Neumühle und der Innenstadt“ beschwert. „Vor allem unsere Kinder sind dort täglich in Lebensgefahr und das nicht nur durch die ungünstigen geografischen Bedingungen wie Kurven und das starke Gefälle im Straßenverlauf“, so die Neumühlerin. „Die Radwege wechseln mehrfach zwischen Straße und Gehwegen. Außerdem sind die Straßenkreuzungen ungenügend abgesichert. Es fehlen Warnschilder und -signalgeber sowie deutliche Fahrbahnmarkierungen.“ Die Wege, die Radler benutzen könnten, befänden sich „teilweise in miserablem Zustand“ und würden „durch Baumbewuchs, Werbeflächen, angrenzende Parkflächen und sonstige Hindernisse zusätzliche Gefahren für Radfahrer bergen“, schreibt Lange an die Oberbürgermeisterin.

Weil es auf dem aufgemalten Fahrradschutzstreifen in Richtung Stadt schon mindestens einen schweren Unfall mit einem Kind gegeben habe, sei ihr Sohn auch am Unfalltag auf dem Weg unterwegs gewesen, der eigentlich für die Radler stadtauswärts gedacht ist, sagt Heike Lange. Offenbar habe der Autofahrer an der Einmündung nicht mit einem Radfahrer aus Richtung Neumühle gerechnet. Die genauen Umstände des Zusammenstoßes müssten noch von der Polizei geklärt werden, so die Mutter. Der Unfall zeige aber einmal mehr, „dass es eben nicht genügt, Streifen auf den Asphalt zu malen“.

Gegen den 44-jährigen Autofahrer werde – wie bei Unfällen mit Verletzten üblich – wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. „Aus unserer Sicht stellt die Neumühler Straße aber keinen Unfallschwerpunkt dar.“ Die Stadt verweist auf SVZ-Anfrage auf die laufenden Untersuchungen der Polizei, will sich zu Konsequenzen aus dem Unfall vorerst nicht äußern. „Unsere Verkehrsbehörde ist bisher nur mündlich und noch nicht abschließend informiert worden“, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen.


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