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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 16:46 Uhr

Ticket nicht gestempelt : Kind sollte Strafe zahlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Elfjährige vergisst, ihren Fahrschein zu entwerten und wird erwischt. Der Nahverkehr reagiert aber kulant

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Nein, die Sülstorferin Simone Möller muss keine 40 Euro bezahlen, weil ihre elfjährige Tochter vergessen hatte, ihr Ticket für die Straßenbahn abzustempeln. Danach sah es zunächst nicht aus. Der Schweriner Nahverkehr belässt es jetzt aber bei einer Bearbeitungsgebühr von sieben Euro. „Unter Berücksichtigung aller Umstände haben wir uns zu dieser Kulanzregelung entschlossen“, sagt Leane Klemme, Prokuristin beim Nahverkehr.

Was war passiert? Es ist der letzte Schultag vor den Ferien. Zeugnisausgabe, Vorfreude auf sechs freie Wochen. An der Haltestelle Schlossblick steigt die Tochter von Simone Möller nach Schulschluss in die Straßenbahn. An der Haltestelle Ludwigsluster Chaussee steigt sie wieder aus und in eine andere Bahn um, mit der sie bis Neu Pampow fahren will, wo sie abgeholt werden soll. Kurz nach dem Umsteigen wird sie kontrolliert. Einen Fahrschein hat sie zwar in der Tasche, aber vergessen, ihn zu entwerten. Für die Kontrolleure ist der Fall klar: Die Elfjährige ist eine Schwarzfahrerin. Der Fall wird zu Protokoll genommen. Die Tochter von Simone Möller bekommt einen gelben Zettel mit, den sie ihren Eltern vorlegen soll.

Wenn sich Simone Möller an das Geschehene erinnert, ist sie noch immer außer sich: „Ein elfjähriges Mädchen wird wie eine Kriminelle behandelt.“ Dabei sei die Erklärung für das Versehen ganz einfach: „Meine Tochter hat normalerweise eine Monatskarte, die aber am vorletzten Schultag abgelaufen war. Deshalb haben wir ihr am letzen Schultag zwei Einzelfahrscheine gegeben. Auf der Rückfahrt hat sie nicht ans Abstempeln gedacht.“

Im Büro des Schweriner Nahverkehrs am Platz der Freiheit hatte Simone Möller zuerst vergeblich versucht, die 40-Euro-Strafe noch abzuwenden. Nun habe der Nahverkehr die Angelegenheit jedoch erneut geprüft, erklärt Prokuristin Klemme. Zwar hätten die Kontrolleure grundsätzlich richtig gehandelt, doch müsse berücksichtigt werden, dass es sich um ein elfjähriges Kind handele, das sich bislang nichts habe zu schulden kommen lassen.

 

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