Aktionstage : Kerzen statt Worte

Dieses Foto einer brennenden Kerze der Erinnerung ist eines von mehr als 100, die in der Volkshochschule zu sehen sein werden.
Dieses Foto einer brennenden Kerze der Erinnerung ist eines von mehr als 100, die in der Volkshochschule zu sehen sein werden.

Zum Welttag der Suizidprävention will Schwerin Hilfe anbieten und den Hinterbliebenen ein Podium geben

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04. September 2015, 16:00 Uhr

In nur einem Jahr haben sich in Mecklenburg-Vorpommern 202 Menschen das Leben genommen, in Schwerin waren es im vergangenen Jahr sieben. Eine Schweriner Initiativgruppe will den Welttag der Suizidprävention am 10. September zum Anlass nehmen, um das weitgehend tabuisierte Thema ans Licht zu holen, Angehörigen Gesprächsmöglichkeiten zu geben und Menschen, die sich in scheinbar ausweglosen Situationen befinden, Hilfsangebote zu unterbreiten.

„Wir brauchen etwas Spezielles gegen die Sprachlosigkeit“, sagt Uta Krause von der Schweriner Telefonseelsorge. Deshalb werde in diesem Jahr ein ganzes Bündel von Aktionen angeboten. Am 9. September wird von 10 bis 12 Uhr von der SVZ ein Lesertelefon-Extra mit Experten geschaltet. Am 10. September wird in der Volkshochschule eine Ausstellung eröffnet mit mehr als 100 Fotos brennender Kerzen, die im Vorjahr aufgenommen und an die Stadt geschickt worden waren. Zum Gedenken an die Opfer und ihre Angehörigen werden von der Initiativgruppe 1000 Kerzen auf dem Dreescher Markt, auf dem Marienplatz, dem Grunthalplatz, dem Platz der Freiheit und im Foyer des Stadthauses verteilt. Unterstützt werden sie von Schülern der Berufsschule Gesundheit und Soziales. Es können auch Gesprächstermine vereinbart werden. Am 12. September schließlich lädt ein Fachtag am Bleicher Ufer 11 Hinterbliebene zur Aufarbeitung ein. Er wird um 18.30 Uhr mit einer Theatervorstellung abgeschlossen.

„Wir wollen möglichst viele Bürger erreichen und Gemeinsamkeit zeigen“, betont Renate Kubbutat vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt mit Blick auf das umfangreiche Angebot rund um den Suizidpräventionstag. Sie verweist zugleich darauf, dass es bei der Kontaktstelle „Kiss“ bereits eine Selbsthilfegruppe gibt.

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