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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 08:15 Uhr

Friedliche Revolution : Kerzen für die Helden von 89

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

25 Jahre nach der ersten Montagsdemo: Eine Friedensandacht, Gesprächsrunden und Lesungen aus Stasi-Berichten

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 20:00 Uhr

So mancher der gut 100 Schweriner, die gestern in die Paulskirche gekommen waren, hatte Tränen der Erinnerung in den Augen. Noch einmal wurde der Herbst 1989 lebendig, in dem sich das Neue Forum auch in Schwerin gründete und es am 23. Oktober die erste Montagsdemo mit rund 40 000 Teilnehmern gab. Mit einer Friedensandacht, Lesungen aus den Lageberichten des Ministeriums für Staatssicherheit, einer Diskussionsrunde und einem Schüler-Projekt gab es reichlich Anlass zu Gesprächen. Von der Paulskirche gingen die Teilnehmer mit Kerzen in den Händen zum Pfaffenteich und dann zum Dom – den wichtigen Stationen der ersten Schweriner Montagsdemo.

Zumeist waren es ältere Schweriner, die gekommen waren. Aktivisten des Herbstes vor 25 Jahren und Teilnehmer der Demonstration. Uta Loheit, eine der Gründerinnen ders Neuen Forums in Schwerin würdigte die damalige Zeit als eine des Aufbruchs. Besucher der Andacht zündeten Kerzen an für Asylsuchende und Flüchtlinge, für den Wunsch, den Hungernden auf der Welt Brot und keine Waffen zu liefern, aber auch für den Bruder, der die Zeit im Stasi-Knast bis heute nicht verwinden kann. Auszubildende der Schweriner Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen lasen aus den Lageberichten des MfS vor, die noch einmal die Angst der DDR-Oberen vor den ‚„feindlich-negativen Kräften“ deutlich werden ließen. Deren Formulierungen die Zuhörer aber auch manchmal zum Schmunzeln brachten. „Die Geschichte und die Geschichten aus dem Herbst 1989 sind noch lange nicht zu Ende erzählt“, so Uta Loheit. Das wurde auch in einem Film deutlich, den Schüler der Brecht-Schule gedreht hatten. Die jungen Leute hatten Passanten auf der Straße, Freunde und Verwandte gefragt, wie sie den Herbst 1989 erlebten und wie es ihnen danach ergangen ist. Und die Antworten konnten unterschiedlicher kaum ausfallen.

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